Titelaufnahme

Titel
Der Eigentumsvorbehalt aus historisch vergleichender Sicht / von Stephanie Wintersteller
Verfasser/ VerfasserinWintersteller, Stephanie
Begutachter / BegutachterinWesener Gunter
Erschienen2013
UmfangV, 79, X Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Eigentumsvorbehalt / Geschichte / Österreich / Eigentumsvorbehalt / Geschichte / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-53278 Persistent Identifier (URN)
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Der Eigentumsvorbehalt aus historisch vergleichender Sicht [0.4 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die wohl bedeutendste Form der Kreditsicherung im Bereich des Warenkredits ist der Eigentumsvorbehalt. Es handelt sich um ein dingliches Sicherungsrecht und stellt ein besitz- wie auch publizitätsloses Sicherungsmittel dar.Das Institut des Eigentumsvorbehalts, wie wir es heute kennen, entwickelte sich rechtshistorisch relativ spät, nämlich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Man kannte jedoch schon im römischen Recht eine Vorform des Eigentumsvorbehalts, nämlich die lex commissoria. Die lex commissoria wurde vom römischen Recht in der Zeit der Rezeption übernommen, verlor zwischenzeitlich aber an Bedeutung, weil einerseits lange das Barkaufprinzip nach wie vor vorherrschend war und daher das Bedürfnis nach Sicherung des Kaufpreises nicht sehr groß war. Andererseits haben sich im Mittelalter aber auch weitere Sicherungsmittel entwickelt, die praktikabler waren, da der lex commissoria ihre dingliche Wirkung nahezu zur Gänze genommen wurde. Erst im ALR spricht man tatsächlich vom vorbehaltenen Eigentum.Die Entwicklung bis zum ALR ist wohl auch das Ergebnis des gesteigerten Sicherungsbedürfnisses, das durch den aufkommenden Handel und die sich immer stärker entwickelte Wirtschaft entstanden ist.In Österreich hat sich der Eigentumsvorbehalt erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt.Der Eigentumsvorbehalt ist im ABGB, im Unterschied zum deutschen BGB, nicht explizit geregelt, es fehlt eine gesetzliche Grundlage. Umso erstaunlicher ist es, dass sich der Eigentumsvorbehalt zum praktisch wichtigsten dinglichen Sicherungsmittel entwickelt hat und das gesetzlich genau geregelte Pfandrecht immer mehr in den Hintergrund tritt. Man kann in diesem Fall von einer sachenrechtlichen Besonderheit sprechen, da eine so weitreichende Rechtsfortbildung Seltenheitswert hat. Es ist aber abschließend auch festzuhalten, dass der Mangel einer gesetzlichen Grundlage Probleme nach sich zieht und für Unklarheiten sorgt.

Zusammenfassung (Englisch)

The retention of title constitutes the most significant form of credit insurance in the scope of loan goods, incorporating security interest and representing a means of security without possession and publicity. The Institute of Title, as we know it today, evolved only towards the end of the 19th Century, relatively late in the history of law. However, a preform of title, namely the lex commissoria, already existed in Roman law. The lex commissoria was taken over by Roman law in the time of reception, although in the meantime it became less important for two reasons: On the one hand, the long principle of cash purchase was still predominant, and therefore the demands for securing the purchase price was not very high. On the other hand, other means of security developed in the Middle Ages which were more practical, since the lex commissoria had almost entirely lost its property effect. Actually, the concept of reserved property has only been used in the ALR.The development until the ALR may certainly be the result of the increased security need, which has established through the emerging commerce as well as the developing economy.In Austria, the development of the reservation of title traces back to the 19th century.In comparison with the German BGB, the retention of title in the ABGB is not explicitly regulated by law due to the lack of a labor contract, which makes the development even more astonishing. In fact, the reservation of titel has become one of the most important means of collateral security and the lien, which is regulated by law, has been eclipsed. This phenomenon can be called a true particularity in the field of property law, as such a far-ranging development of law interpretation hardly ever pervades the history of law.To conclude, it is also important to mention that the lack of a labor contract causes possible problems as well as ambiguity.