Titelaufnahme

Titel
Chemische Verteidigung beim Zwergweberknecht Cyphophthalmus duricorius (Arachnida, Opiliones) / Haller Anna
Verfasser/ VerfasserinHaller, Anna Elisabeth
Begutachter / BegutachterinRaspotnig Günther
Erschienen2013
Umfang79 Bl. : 2 Zsfassungen ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Weberknechte / Wehrdrüse / Weberknechte / Wehrdrüse / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-52874 Persistent Identifier (URN)
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Chemische Verteidigung beim Zwergweberknecht Cyphophthalmus duricorius (Arachnida, Opiliones) [18.89 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ein wichtiges synapomorphes Merkmal bei allen Opiliones sind paarige prosomale Stink- beziehungsweise Duftdrüsen. Diese Drüsen produzieren ein Sekret, das hauptsächlich als Wehrsubstanz dienen soll. In dieser Arbeit wurde das Räuberspektrum und die chemische Verteidigung des Zwergweberknechts Cyphophthalmus duricorius gegenüber potentiellen Prädatoren untersucht werden. Dazu wurden Fraßversuche mit verschiedensten Räubern aus der Begleitfauna durchgeführt, die als Beutetiere adulte beziehungsweise juvenile Individuen von C. duricorius und tropische Asseln (Trichorhina tomentosa) zur Auswahl hatten. Dabei wurden Amaurobius sp., Lithobius sp., einige Carabidae (Abax sp. und Pterostichus sp.) und einige Staphylinidae (Ocypus sp. und Othius sp.) als Prädatoren von C. duricorius eruiert. Auch konnte festgestellt werden, dass C. duricorius sich während dieser Fraßversuche gegen alle eingesetzten Räuber (also gegen Amaurobius sp., Pardosa sp., Lithobius sp., Forficula sp., Gamasinen, Staphyliniden und Carabiden) chemisch zur Wehr setzt. Sekretabgabe wurde entweder direkt (z.B. im Zuge des Leg dabbings) beobachtet oder indirekt anhand der Benetzung des Körpers von adulten Individuen von C. duricorius oder des typischen Wehrsekretgeruchs festgestellt. Zusätzlich wurden Filme gedreht, um den Ablauf der chemischen Verteidigung beobachten zu können. Dabei konnte erstmals Leg dabbing bei C. duricorius gegenüber einem realen Prädator, nämlich Othius punctulatus beobachtet und gefilmt werden. Beim Leg dabbing wird ein Bein in den an der Drüsenöffnung gebildeten Sekrettropfen getaucht und auf den Räuber abgestreift. Gleichzeitig wird ein Sekretfilm auf der Körperoberfläche von C. duricorius gebildet. Damit ist nun endgültig dokumentiert, dass Leg dabbing auch tatsächlich gegen Fressfeinde zum Einsatz kommt und eine wesentliche Abwehrstrategie von C. duricorius darstellt.

Zusammenfassung (Englisch)

An important synapomorph feature of all Opiliones is the occurrence of paired scent glands on the prosoma, which produce defensive secretions against predators. In this thesis, the predator spectrum and the chemical defense against such potential predators of the harvestmen Cyphophthalmus duricorius were investigated. Therefore feeding and predation experiments using various predators from the accompanying fauna of C. duricorius were conducted. The predatory species had to choose between adult or juvenile individuals of C. duricorius and tropical isopods (Trichorhina tomentosa) as prey. In these experiments Amaurobius sp., Lithobius sp., some Carabidae (Abax sp. and Pterostichus sp.) and some Staphylinidae (Ocypus sp. and Othius sp.) were documented as effective predators. It was also found that C. duricorius used its chemical defense during these feeding experiments against all predators (i.e. against Amaurobius sp., Pardosa sp. Lithobius sp. Forficula sp. Gamasina, Carabidae and Staphylinidae). The secretion was detected either by direct observation (e.g. in the course of leg dabbing) or indirectly by observation of secretion-covered, wetted bodies of adult individuals of C. duricorius or by its characteristic odor. In addition, films were made to observe the application of the defensive secretion in C. duricorius. For the first time, leg dabbing against a real predator, namely Othius punctulatus could be filmed and hence documented. In the course of leg dabbing a leg is dipped into the secretion droplets formed on the gland opening and transferred to the offender. Simultaneously, a secretion film on the surface of the body of C. duricorius is formed. Based on these experiments, it is eventually clear now that leg dabbing actually is used against predators and that it represents an essential defense strategy of C. duricorius.