Titelaufnahme

Titel
Power in numbers / vorgelegt von Florian Peter Stecker
Verfasser/ VerfasserinStecker, Florian
Begutachter / BegutachterinKettemann Bernhard
Erschienen2013
Umfang88 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheEnglisch
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-50748 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Power in numbers [1.7 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Zahlen und Statistiken als soziokulturelle Phänomene sowie mit deren Verwendung als argumentative Instrumente in Texten. Die grundlegenden Methoden der kritischen Diskursanalyse werden darin angewandt, um zu untersuchen, inwieweit Zahlen unsere Interpretation von Texten beeinflussen und was die ideologischen Motivationen für ihre Verwendung sein könnten.Meine Hypothese war, dass sie in Texten als unwiderlegbare Argumente für die Verbreitung von Ideologien oder Agenden verwendet werden. In der Berichterstattung über allerlei soziale, politische oder wirtschaftliche Themen, werden Zahlen nicht nur verwendet um scheinbar darzustellen was andernfalls unbegreiflich wäre, sie fungieren auch als Instrumente kultureller Macht. Wir sehen Zahlen generell als unbeeinflussbar und daher vertrauenswürdig, vergessen dabei jedoch, dass sie genauso produziert, konstruiert und manipuliert sein können wie andere Aussagen.Die beiden praktischen Kapitel dieser Arbeit untersuchen Daten zum Burnout Syndrom sowie die Opferzahlen des Irakkriegs. In beiden Fällen hat sich herausgstellt, dass Zahlen für ideologisch fragwürdige Zwecke verwendet wurden; um den jeweiligen Sachverhalten zu schmälern, aufzublähen oder zu verbergen. Zahlen über berufsbedingten Stress dienten dementsprechend nicht nur der objektiven Darstellung des Problems, sondern auch um die Ansichten bestimmter Institutionen zu untermauern. Opferzahlen des Irakkriegs wiesen ein Informationsgefälle von äußerst detaillierten Aufzeichnungen über gefallene amerikanische Soldaten bis hin zur gänzlichen Abwesenheit von Zahlen über getötete irakische Soldaten auf. Ich führe diesen Umstand auf vor dem Krieg getätigte Ankündigungen zurück, die numerisch andere Ergebnisse des Krieges schwer vertretbar machten. Meine Annahmen, dass Zahlen tatsächlich zur Unterstützung bestimmter Agenden verwendet werden, fand ich demanch bestätigt.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis examines the use of numbers and statistics as socio-cultural phenomena and as argumentative devices in texts. It utilizes the basic methods of a linguistic approach (CDA) to investigate in how far numbers influence our interpretation of a text and what the ideological motivations for the use of numbers could be. My hypothesis was that they are used as potent tools in the propagation of ideologies and agendas.Through various media channels we are constantly supplied with data on everything that can (and can't) be measured. However, numbers are not only used to seemingly illustrate what would otherwise seem unfathomable. They are also instruments of power, used to define and govern what they measure: us and our social environment. We see numbers as unbiased and therefore trustworthy, but usually overlook that numbers can be just as much products and constructions as all other statements, made dubious through political infringement and faulty measurement methods. The two practical chapters in this thesis deal with data on occupational stress and death tolls in the Iraq war. In both cases, numbers proved to be used for ideological purposes; to mitigate, inflate or obfuscate the size of the issue at hand. Numbers on the burnout syndrome serve not only to illustrate the facts about it, but also to underscore the message particular institutions want to disseminate it. They served as mere argumentative festoons, used for their symbolic power and persuasiveness. Death tolls of the Iraq war revealed a decline of available data from minute records on fallen American soldiers to the complete absence of numbers of killed Iraqi soldiers ? a circumstance I attribute to the proclamations of American authorities and media outlets in the months leading up to the war. The assumption that numbers are in fact used to propagate particular agendas can therefore be maintained.