Titelaufnahme

Titel
Wittgensteins Pädagogik : Fragmente einer Bildungskonzeption / vorgelegt von: Huber Christian
Verfasser/ VerfasserinHuber, Christian
Begutachter / BegutachterinHopfner, Johanna
Erschienen2013
Umfang108 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Wittgenstein, Ludwig / Pädagogik
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-50662 Persistent Identifier (URN)
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Wittgensteins Pädagogik [0.52 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Aufklärung, ein notwendig dialektischer Bildungsbegriff und Wittgensteins späte Sprachphilosophie bilden die kontingenten Ausgangspunkte für den Versuch, eine Bildungskonzeption für die heutige, postmoderne Gesellschaft zu entwickeln. Die Aufklärung dient der vorliegenden Arbeit als Ideal gesellschaftlicher Veränderung. Die Idee der Bildung ist das Vehikel zur Initiierung von Veränderungsprozessen. Wittgensteins späte Sprachphilosophie bildet die philosophische Basis für die vorgestellte Bildungskonzeption, in ihr findet sie ihren Ausgang. Ein solcher Versuch muss zum Ziel haben, einzelne Menschen oder Gruppen dazu zu bewegen, an politischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen, und ihnen die dafür notwendigen Mittel und Methoden zur Verfügung zu stellen. Dies erreicht zu haben bedeutet Bildung als Prädikat des Individuums.Die vorliegende Arbeit besteht aus drei Fragmenten, die sich aus Wittgensteins Spätphilosophie ableiten lassen. Das erste Fragment beschäftigt sich mit den notwendigen Voraussetzungen für weitere Bildungsprozesse und mit der Art und Weise, wie diese vermittelt werden können. Das Ziel ist die Erziehung unserer Kinder zu kompetenten Sprechern, die in sprachlichen Auseinandersetzungen ernst genommen werden und reüssieren können. Im zweiten Fragment wird nach den notwendigen kritischen Fertigkeiten eines im Sinne der Aufklärung Gebildeten im Ausgang von Wittgensteins Überlegungen zu »Urteil« und »Zweifel« gesucht. Sie drücken sich in einer radikal-skeptischen Grundhaltung des Menschen aus. Im dritten Fragment wird Bildung als Prädikat als ständige Provokation bestehender, jedoch unterdrückender und ungerechter Normen beschrieben, da Wittgensteins Sprachspiele normative Konstrukte sind. Bildung drückt sich nicht nur in Provokation aus, Bildung als Prozess ist somit selbst Provokation.

Zusammenfassung (Englisch)

The Enlightenment, a necessarily dialectical notion of education (»Bildung«) and Wittgenstein's later philosophy of language constitute the contingent starting points for the attempt to develop a conception of education that does justice to the requirements of our postmodern society. The idea of Enlightenment serves as unreachable ideal for processes of social change, for which the idea of education serves as vehicle. Wittgenstein's later philosophy of language serves as philosophical fundament for the conception of education in question. The aim of such an attempt is to enable individuals and agencies to participate in political processes of finding a decision concerning certain issues. Education must provide the means and the methods necessary for political participation. To reach this aim means to be educated.This work consists of three fragments to be derived from Wittgenstein's philosophy of language. The first of these fragments deals with the prerequisites necessary for upcoming processes of education and it deals with how they are instructed. The aim of these processes is to educate »competent speakers« who are to be taken serious in language conflicts and who can win such conflicts. The second fragment asks for the critical skills necessary for a person to be called educated in the sense of the Enlightenment tradition. These skills can be derived from Wittgenstein's reflections on »judging« and »doubting«. They result in a radical-sceptical attitude towards life. In the third fragment education is described as ongoing provocation of existing, yet oppressing and unjust norms. The reason for this is because Wittgenstein's language games are normative constructions. Processes of education in these terms are to be perceived as provocation as well.