Titelaufnahme

Titel
Brunftstrategien von Gamsböcken in einem ausgesuchten Untersuchungsgebiet im Hochschwabgebiet / vorgelegt von Josefine Theresia Lanz
Verfasser/ VerfasserinLanz, Josefine Theresia
Begutachter / BegutachterinDeutz Armin
Erschienen2013
Umfang74 Bl. : 2 Zsfassungen ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Hochschwab-Gebiet / Gämse / Bock <Biologie> / Brunst / Hochschwab-Gebiet / Gämse / Bock <Biologie> / Brunst / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-50508 Persistent Identifier (URN)
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Brunftstrategien von Gamsböcken in einem ausgesuchten Untersuchungsgebiet im Hochschwabgebiet [3.61 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Alpengämse Rupicapra rupicapra L. in ihrer Einzigartigkeit unter den polygynen Huftieren mit geringem Geschlechtsdimorphismus, unglaublichen Fähigkeiten der Fortbewegung und der Anpassung an den alpinen Lebensraum zeigt eine Vielfalt von beeindruckenden Verhaltensmustern. Das Untersuchungsgebiet liegt im Hochschwabmassiv in der Steiermark auf 1200 bis 1800 Metern Seehöhe und umfasst ungefähr 400 Hektar. Diesen Lebensraum teilen sich elf Platzböcke, welche zwischen sechs und ungefähr zwölf Jahre alt sind. Um die bevorzugten Strategien während der Brunft im Monat November 2012 zu analysieren, werden 20 Verhaltensaktivitäten an Gamsböcken beobachtet. Die Nahrungsaufnahme während der Brunft sinkt bei Platzböcken auf ein Minimum, um sich während dieses Zeitraumes der Fortpflanzung und der Verteidigung des Territoriums widmen zu können. Das Ruheverhalten dient zu diesem Zeitpunkt, nicht wie üblicherweise zum Wiederkauen, sondern hauptsächlich zur Aktivierung neuer Energie. Das Paarungsverhalten erreicht bei den Platzböcken in der Hochbrunft vom 13. November bis zum 22. November den Höhepunkt. Dieser Zeitpunkt korreliert mit dem Östrusgrad der Gaisen, welche nur für zwei Tage paarungsbereit sind. Auch agonistische Verhaltensweisen welche vorzugsweise an Territoriumsgrenzen stattfinden, zeigen Mitte November ihren Gipfel. Diese verlaufen größtenteils ohne Körperkontakt und Verletzungen ab. Um einen Rivalen aus dem Territorium zu vertreiben, gehören Hetzjagden zu den imposantesten Verhaltensweisen, welche Gams zu bieten haben. Des weiteren wird im Territorium beispielsweise ?markiert?, ?brunftgeschüttelt?, ?breitseits-imponiert?. Hierbei handelt es sich um Verhaltensweisen, welche der Verteidigung und Besetzung des Territoriums dienen. Nicht-territoriale Böcke halten sich während der Brunft größtenteils außerhalb des Territoriums von Platzböcken auf. In der Nachbrunft, Ende November versuchen nicht-territoriale Böcke Gaisen zur Paarung zu gewinnen.

Zusammenfassung (Englisch)

The Alpine chamois Rupicapra rupicapra is unique among the polygynous ungulates, showing limited sexual-size dimorphism, unbelievable locomotion capabilities and exceptional agility. Its adaptation to the alpine habitat is characterized by a multitude of impressive behavioural patterns.The study site is situated in the Styrian Hochschwab mountain range at an altitude of 1200 m to 1800 m above sea level and comprises of an area of about 400 hectares. This habitat is shared by eleven territorial male chamois, all between the ages of six and twelve. In order to analyze the strategies preferred by the male chamois during the rut in November 2012, twenty different behavioural activities were observed. The foraging habits of the territorial male chamois during the rutting season decrease to a minimum, thus enabling them to dedicate themselves to reproduction and the defence of their territory during this period. During this time, rest periods do not fulfil the usual purpose of ruminating, but mainly serve to maximize energy levels. The courtship of the territorial male chamois during the high-rut reaches its climax from November 13th to November 22nd. This period correlates with the state of oestrus of the female chamois which are only ready to mate for a two day period. Agonistic traits also take place, commonly at territorial borders, peaking in mid-November. This characteristic behaviour takes place largely without physical contact and injury. In order to drive a rival out of his territory, chasing, marks one of the most impressive demonstrations of superiority a male chamois has got to offer. Furthermore, there is other territorial behaviour, like ?marking?, ?body-head shaking? and ?broadside-impressing? all of which serve in the defence and occupation of their territory. Non-territorial male chamois mostly keep out of the territory of territorial males during the rut. In the post-rut, by the end of November, non-territorial chamois try to get females ready to mate.