Titelaufnahme

Titel
Die Organisation der Ausbeutung : soziale und arbeitsrechtliche Benachteiligung der Pflege- und Betreuungskräfte im Rahmen der 24-Stunden-Pflege, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Vermittlungsagenturen / Simona Durisova
Weitere Titel
The organizaton of exploitation. Social and labor law-related discrimination of care workers in the context of 24-hour-care in special consideration of the role of the placement agencies.
Verfasser/ VerfasserinDurisova, Simona
Begutachter / BegutachterinNeuhold, Leopold
ErschienenGraz, 10. Oktober 2017
Umfang98 Blätter
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-120349 Persistent Identifier (URN)
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Die Organisation der Ausbeutung [0.52 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zwar ergänzt die 24-Stunden-Betreuung bereits mehr als zwei Jahrzehnte die staatlichen Sozialdienstleistungen in Österreich, die Gestaltung dieser Betreuungs- und Pflegedienstleistungen ist jedoch noch immer mit vielen Problemen verbunden. Als zentrale Probleme sind die Scheinselbständigkeit, soziale Schließung, Benachteiligung und Ausbeutung der Pflegekräfte zu nennen. Die derzeit gültige Rechtslage unterstützt diese Problematiken. Diese zeigen sich in den Beziehungen zwischen den Akteuren (Betreuungs- und Pflegekräfte - pflegebedürftige Personen - Vermittlungsagenturen - Staat), wobei die Pflegekräfte in der schwächsten Position sind. Das Verhältnis zwischen der Agentur und der PflegerIn steht im Mittelpunkt dieser Masterarbeit und wird mithilfe von qualitativen Interviews und Dokumentenanalyse erforscht. Zu einem werden die Vermittlungstätigkeit und die vertraglichen Beziehungen, die zwischen den PflegerInnen und Agenturen zum Ausdruck kommen, skizziert. Zum anderen werden die rechtspolitische Situation und die prekäre Lage der PflegerInnen erörtert und mit VermittlerInnen, PflegerInnen und ExpertInnen diskutiert. Die unterschiedlichen Akteure nehmen dabei unterschiedliche und interessensspezifische Positionen zu den Problematiken ein: Bedingungen in der 24-Stunden-Pflege, die die PflegerInnen als benachteiligend und ausbeuterisch wahrnehmen, werden von den VermittlerInnen ausgeblendet, oder sie versuchen die Verantwortung für die Ausbeutung auf die Pflegekräfte selbst zu schieben. Während die VermittlerInnen Handlungsbedarfe in jenen Bereichen sehen, die sich auf ihre Tätigkeit, bzw. ihre unmittelbaren Konkurrenten beziehen, wie etwa die Einführung von Zertifikaten und Qualitätsstandards, fordern ExpertInnen sozialpolitische Lösungen.

Zusammenfassung (Englisch)

Although the 24-hour-care service has already existed in the Austrian public social services sector for two decades, the organization of these long-term-care services is still affiliated with many problems. The key problems include pseudo-self-employment, social closure, discrimination and exploitation of the care workers, the current legal situation supports these difficulties and they demonstrate themselves in relations between the players (care workers - persons needing care - placement agencies - state), whereby care workers have the weakest position. The relationship between agency and care worker is the focus of this master thesis and is researched by means of qualitative Interviews and document analysis. On the one hand, the mediation activity of agencies and contractual relations between agencies and care workers are outlined. On the other hand, the legislative situation and the precarious position of care workers are analyzed and presented as well as discussed with agents of care work, care workers and experts. In this connection different players take different and interest-specific positions on these issues: The conditions of 24-hour-care that care workers perceive as prejudicial and exploitative, are either blanked out by agents or they try to shuffle the responsibility of exploitation on care workers themselves. While according to agents an action needs to be taken in those areas, which excuses their activity and the activity of their direct competitors, such as implementation of certificates and quality standards, experts demand sociopolitical solutions.