Titelaufnahme

Titel
Geschlechtsunterschiede in der Emotionsregulation nach emotional belastender Stimulation, Fingerlängenverhältnis als Geschlechtsdimorphismus innerhalb des Geschlechts / Bettina Riedler
Verfasser/ VerfasserinRiedler, Bettina
Begutachter / BegutachterinPapousek Ilona
Erschienen2013
Umfang149 Bl. : 2 Zsfassungen
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Gefühl / Geschlechtsunterschied / Finger / Längenunterschied / Gefühl / Geschlechtsunterschied / Finger / Längenunterschied / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-46325 Persistent Identifier (URN)
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Geschlechtsunterschiede in der Emotionsregulation nach emotional belastender Stimulation, Fingerlängenverhältnis als Geschlechtsdimorphismus innerhalb des Geschlechts [8.43 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Befunde aus der Emotionsforschung zeigen eine Reihe von Geschlechtsunterschieden auf, die Frauen und Männer in ihrer emotionalen Wahrnehmung, ihrem Ausdruck und der bevorzugten Emotionsregulationsmechanismen differenzieren. Diese Ergebnisse werden einerseits auf Sozialisationseffekte und andererseits auf genetisch und hormonell bedingte Prädispositionen zurückgeführt. Letzteres zeigt sich auch in der Entwicklung eines unterschiedlich ausgeprägten Fingerlängenverhältnisses (FLV; 2D:4D). Dieses geschlechtsdimorphe Merkmal wurde in der vorliegenden Untersuchung eingesetzt, um innerhalb eines Geschlechts Unterschiede in der emotionalen Verarbeitung eines belastenden Ereignisses auszumachen. Es wurden insgesamt 161 gesunde, rechtshändige Frauen getestet. Während der Betrachtung mehrerer aufeinanderfolgender Filmsequenzen, wurde frontales EEG (Positionen F3 und F4) abgeleitet. Über Vergleiche mit Ruhemessungen vor und nach dem Filmparadigma, konnte während der Belastungssituation eine Aktivierungsverschiebung zugunsten der rechten Hemisphäre und in der Erholungsphase eine Verschiebung zugunsten der linken Hemisphäre beobachtet werden. Hierbei konnte kein Zusammenhang mit dem FLV beobachtet werden. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass Frauen mit einem weiblichen (hohen) FLV zu einem ruminativen Emotionsregulationsstil neigen, der im Zusammenhang mit Depression und posttraumatischer Belastungssymptomatik steht. Außerdem konnte beobachtet werden, dass ein weibliches FLV (links) mit einer tendenziell stärkeren Reaktivität auf den Film, die über eine intensivere Stimmungsverschlechterungen erhoben wurde, einhergeht. Da hier ein Zusammenhang mit dem FLV gesehen werden konnte, dieser jedoch nicht mit den vorangegangenen EEG-Aufzeichnungen bestand, wird ein zeitlicher Faktor angenommen, der Effekte eines ruminativen Regulationsstils bei Frauen mit einem hohen FLV erkennbar machten.

Zusammenfassung (Englisch)

There is an amount of results pointing at differences between women and men, showing their different manners to perceive, express and regulate emotions. On the one hand these findings are attributed to effects of socialization and on the other hand on genetic and hormonal predispositions. The latter influences are also represented in the differential development of the digit ratio (2D:4D). The presented study used this sex-dimorphic characteristic to investigate individual differences in the processing of emotions within the female gender. 161 healthy, right-handed women were tested. Frontal EEG (positions F3 and F4) was recorded during a stressful film. Compared to their resting-asymmetry, the women showed greater right to left hemispheric activation during the stimulation and greater left hemispheric activity during the recovery period after the film. The digit ratio showed no relationship to the frontal activation. However results showed a disposition to a ruminative style of emotion regulation in women exhibiting a high (feminine) digit ratio, which is linked to depression and posttraumatic symptoms. Furthermore there is a link between high digit ratio and tendencies to more intensive reactivity to the stimulation (film), observed in higher mood-changes. The reason for this relationship but no results in EEG-recordings is suggested to be seen as a matter of time which causes effects of a ruminative style of emotion regulation within women showing high digit ratio.