Titelaufnahme

Titel
Mit Freud ans Märchen : Reifungsprozesse psychoanalytisch gedeutet anhand ausgewählter Märchen der Gebrüder Grimm / vorgelegt von Katrin Schegula
Verfasser/ VerfasserinSchegula, Katrin
Begutachter / BegutachterinRabelhofer Bettina
Erschienen2013
Umfang93 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND) Kinder- und Hausmärchen / Psychoanalyse / Kinder- und Hausmärchen / Psychoanalyse / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-46248 Persistent Identifier (URN)
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Mit Freud ans Märchen [0.24 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Bei Märchen handelt es sich um eine Literaturgattung, die nach wie vor sehr beliebt und trotz ihrer langen Tradition ungebrochen aktuell ist. Die Psychoanalyse bietet einen spannenden Zugang, sich mit dieser speziellen Art von Literatur auseinander zu setzen. In dieser Masterarbeit wird der Fokus auf eine psychoanalytische Betrachtung der Grimm?schen Märchen Das Mädchen ohne Hände und Der Eisenhans gelegt, welche sehr eng an die Basislehre des Wiener Nervenarztes Sigmund Freud geknüpft ist. Auch jüngere Fachliteratur wird in der Bearbeitung berücksichtigt. Das Spektrum reicht von einer sexualsymbolischen Interpretation mit Hilfe der Traumlehre nach Sigmund Freud bis hin zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem jeweils weiblichen und männlichen Reifungsprozess der Heldin und des Helden der beiden Märchentexte. Bei dem Vergleich der weiblichen und männlichen Adoleszenz der Märchenfiguren kristallisierte sich heraus, dass sehr viele Parallelen zwischen Mädchen und Knaben im Rahmen ihres Heranwachsens bestehen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich vom Elternhaus ablösen und die ödipale Konfliktsituation überwinden müssen, um nach einer Zeit der Isolation und Entbehrungen in der Lage zu sein, eine sexuelle Beziehung zu einem Partner oder einer Partnerin eingehen zu können, die nicht durch Kastrationsangst oder Inzestgedanken behindert wird. Die Unterschiede liegen hierbei im Detail: Während sich Knaben mit einer Phase von Gewalt und Aggressionen konfrontiert sehen, müssen sich junge Frauen mit ihrer ersten Menstruation, der Tabuisierung von Masturbation und dem Wandel ihres Körpers zur Gebärfähigkeit auseinandersetzen. Die Symbolanalyse der Märchen mittels der Traumdeutungslehre unterstützt diese Resultate, wobei darauf geachtet wird, dass es zu keiner Übersexualisierung oder Überinterpretation der Elemente kommt.

Zusammenfassung (Englisch)

The literary genre of fairy tales has not lost its popularity, and is, even in spite of a long tradition, still prevailing. Psychoanalysis offers a very interesting access how to deal with this special genre. This masters thesis focuses on a psychoanalytic view of the Grimms fairy tales "The Girl without Hands" and "Iron John" based on the doctrine of the Viennese neurologist Sigmund Freud including recent literature and studies as well. The spectrum ranges from a sexual-symbological interpretation based on Freuds "Interpretation of Dreams" to an intensive examination of each, the individual female and male, process of maturation of the heroine and hero of these fairy tales. Comparing the male and female adolescenting fairy tale characters proved the existence of many parallels between boys and girls during their youth. Sharing the need to become detached from their parents, and to overcome the Oedipal complex, both also have to pass through a period of isolation and deprivation in order to be capable of leading a sexual relationship that is not interfered by the fear of castration and incestuous thoughts. Gender specific distinctions showed that while boys are facing a period full of violence and aggression, girls are dealing with their first menstruation, the taboo of masturbation, and the transformation of their bodies from a child into a woman of childbearing age. Whilst the analysis of the symbols appearing in the two fairy tales using Freuds "Interpretation of Dreams" supports these results, however the essence of this masters thesis is not to oversex or over-interpret those elements.