Titelaufnahme

Titel
Mathilde von Tuszien : eine Frau in der Geschichtsschreibung ihrer Zeit / vorgelegt von Ingrid Schlegl
Verfasser/ VerfasserinSchlegl, Ingrid
Begutachter / BegutachterinSonnleitner Käthe
Erschienen2013
Umfang135 Bl. : 2 Zsfassungen ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterMatilde <di Canossa> / Matilde <di Canossa> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-46173 Persistent Identifier (URN)
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Mathilde von Tuszien [2.21 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Mathilde von TuszienEine Frau in der Geschichtsschreibung ihrer ZeitMathilde von Tuszien zählte zweifelsohne zu den mächtigsten Frauen des 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts. Die Mythen und Narrative, die in den Jahrhunderten nach ihrem Tod entstanden und noch heute ihre Wirkung entfalten, degradierten jedoch die Markgräfin zu einer Randfigur der Geschichte und verdeckten den Blick auf Mathilde als Herrscherin und politische Akteurin.Ziel dieser Arbeit war es, das Bild der Mathilde von Tuszien in zeitgenössischen historiographischen Quellen zu beleuchten, um dem Ursprung dieser Mythen nachzugehen. Insgesamt wurden vier Quellen untersucht: Die ?Vita Mathildis? von Donizo, der ?Liber gestorum recentium? des Arnulf von Mailand, der ?Liber ad amicum? des Bonizo von Sutri und die ?Annales? des Lampert von Hersfeld. Bei der Untersuchung dieser Werke lag das Hauptaugenmerk auf den Methoden, die von den jeweiligen Autoren verwendet wurden, um weibliche Herrschaft zu legitimieren oder zu diffamieren. Von zentraler Bedeutung war dabei die Analyse von semantischen Zuweisungen in Form von stereotypen Wendungen, Topoi und biblischer exempla sowie deren Verwendung, um Mathilde als Person und ihre Herrschaftsausübung zu beschreiben. Es wurde der Versuch unternommen, die Inhalte dieser semantischen Zuweisungen zu dekodieren und mit anderen textinhärenten Diskursen über Frauen zu vergleichen, um zu verdeutlichen, welche Haltung die Autoren gegenüber Frauen im Allgemeinen und gegenüber Mathilde im Speziellen eingenommen haben.Es konnte gezeigt werden, dass die in den zeitgenössischen Quellen verwendeten semantischen Zuweisungen ausschlaggebend waren für die höchst unterschiedliche Rezeption der historischen Figur in späterer Zeit. Das kollektive Forschungsgedächtnis hat lange Zeit die Vorurteile und Emotionen der mittelalterlichen Geschichtsschreiber übernommen und zum Teil sogar die Herrschaftspropaganda, die von Mathilde selbst geschaffen wurde, kritiklos rezipiert.

Zusammenfassung (Englisch)

Matilda of TuscanyThe depiction of a female ruler in contemporary sourcesWithout question, Matilda of Tuscany ranked among the mightiest female rulers of the 11th and the beginning of the 12th century. However, the myths and narratives which emerged in the centuries after her death reduced her to a marginal character of history, obliterated her rule and political role, and still influence modern research today.This study analyses the depiction of Matilda of Tuscany in contemporary historiographical sources in order to uncover the origins of the myths and narratives which emerged after her death. It examines four historiographical sources: the ?Vita Mathildis? by Matilda?s biographer Donizo, the ?Liber gestorum recentium? by the chronicler Arnulf of Milan, the ?Liber ad amicum?, a polemic pamphlet by Bonizo of Sutri, and the ?Annals? by Lambert of Hersfeld.The study of these contemporary sources focuses on analysing the methods which were used by these contemporary authors to legitimate and to defame female rule. It was, therefore, necessary to examine semantic attributions through stereotypes, topoi and biblical exempla, and their use to describe Matilda as a person and her rule. Attempts were made to decode the contents of these semantic attributions and to compare them with other discourses on women in these texts in order to expose the attitude of the authors towards women in general and Matilda in particular.This study has been able to confirm that the semantic attributions used in contemporary sources were responsible for manifold transfigurations of the historic character of Matilda in later times. Over centuries, historic research was based on the prejudices and sentiments of medieval historiographers and even adopted, without question, the political propaganda which had been created by Matilda herself.