Titelaufnahme

Titel
Metzgerlehre als Sprungbrett zum Mediendolmetscher? : eine kritische Analyse der Dolmetschleistungen in der Late-Night-Show TV-Total / vorgelegt von Neli Danova-Hoffermann
Verfasser/ VerfasserinDanova-Hoffermann, Neli
Begutachter / BegutachterinVorderobermeier Gisella Maria
Erschienen2013
Umfang168 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Dolmetschen / Laie / Dolmetschen / Laie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-45821 Persistent Identifier (URN)
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Metzgerlehre als Sprungbrett zum Mediendolmetscher? [1.5 mb]
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Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Um als professionelle/r KonferenzdolmetscherIn, gerichtlich beeidete/r DolmetscherIn, Gesprächs- oder GebärdensprachdolmetscherIn engagiert zu werden, ist ein mehrjähriges Studium als Qualifikationsnachweis meistens erforderlich. Im Bereich des Mediendolmetschens, speziell für compère-DolmetscherInnen, scheinen jedoch andere Kriterien zu gelten. Im Falle der Late-Night-Show TV total reichen offenbar die Englischkenntnisse des Moderators als Qualifikationskriterium aus, um als compère-Dolmetscher zu fungieren; ein Berufsbild, das bislang in der Literatur nur wenig thematisiert wurde.Zwei Fokusgruppen (dolmetscherfahrene TeilnehmerInnen vs. LaiInnen) sollten die Fragen beantworten, inwieweit diese Laiendolmetschungen den Anforderungen an eine gelungene Dolmetschleistung gerecht werden können, ob ZuseherInnen dazu tendieren, mangelhafte Dolmetschungen hinzunehmen, wenn diese von berühmten Personen geboten werden und ob LaiInnendolmetschungen das Bild vermitteln, jede/r könne dolmetschen. Ferner galt es zu überprüfen, inwiefern der Moderator seinen Berühmtheitsgrad (gemessen anhand Bourdieus Kapitalsorten) nach Einschätzung der DiskutandInnen dazu einsetzen könnte, den Status von MediendolmetscherInnen anzuheben.Die Ergebnisse der Gruppendiskussionen zeigen, dass die Dolmetschungen von beiden Gruppen als äußerst mangelhaft kritisiert wurden. Dennoch sprach sich die LaiInnengruppe ? im Gegensatz zur ExpertInnengruppe ? gegen den Einsatz professioneller DolmetscherInnen aus, da für dieses Format an Sendung die Laiendolmetschungen als angemessen angesehen wurden. Vor allem die ExpertInnengruppe äußerte Bedenken, dass Laiendolmetschungen das Bild vermitteln, jede/r könne dolmetschen. Beide Gruppen waren überzeugt, dass der Moderator, bei ausreichender Motivation, seinen Berühmtheitsgrad dahingehend einsetzen könnte, das Ansehen der DolmetscherInnen in der Öffentlichkeit anzuheben. Nicht zuletzt deshalb sollte diesem Bereich vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Zusammenfassung (Englisch)

In most cases, proof of several years of study is required in order to be considered for and hired as a professional conference interpreter, certified court interpreter, liaison or sign language interpreter. However, when it comes to media interpreting, and especially in regards to compère-interpreters, other criterions appear to qualify one for these services. In the case of the late night show TV total, the hosts? knowledge of English seems to be considered satisfactory enough to allow him to act as a compère-interpreter; a profession which has not been examined sufficiently in literature.Two focus groups (interpreting students vs. lay people) were asked to answer questions about whether these lay interpretations can be considered sufficient, whether the audience is more willing to accept poor interpretations if they are provided by famous people, and whether such lay interpretations convey the impression that everyone is able to interpret. Furthermore, they were asked to discuss the question of whether such a famous host (measured by Bourdieu?s forms of capital) could possibly be in the position to enhance the social status of interpreters. The results from the focus groups show that the two groups share an overall dissatisfaction with the interpretations. Nevertheless, the lay person group was generally against employing a professional interpreter for these kind of TV shows. This was not the case in the expert group, which was above all concerned that such lay interpretations could mislead the audience into believing that everyone is able to interpret. Additionally, both of the groups were convinced that the host would have the power to enhance the prestige of interpreters, provided that he is sufficiently motivated to do so. Not only for this reason should more attention be paid to this topic.