Titelaufnahme

Titel
Körperkult und Events als Prozesse des Aufbaus von geteiltem Sinn / eingereicht von Adelheid Stangl
Verfasser/ VerfasserinStangl, Adelheid
Begutachter / BegutachterinNeuhold Leopold
Erschienen2013
Umfang97 Bl.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Körperkultur / Erlebnisgesellschaft / Körperkultur / Erlebnisgesellschaft / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-49683 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Körperkult und Events als Prozesse des Aufbaus von geteiltem SinnDie von vielen in vergangenen Zeiten so herbeigesehnte Freiheit, das Leben nach eigenen Vorstellungen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status zu gestalten, ist Wirklichkeit geworden. Doch nun tut sich eine Problematik auf: Sinnkrisen, Unzufriedenheit, Ängste und die Flucht in neue Lebensphilosophien. Ohne einen Sinn unseres Lebens zu sehen, vermögen wir auf Dauer nicht zu leben. Die Orientierungskraft traditioneller Institutionen wie Familie, Kirche und soziale Schicht schwindet, die Sinnsuche geht aber weiter in neuen Freundeskreisen, wie virtuellen Gemeinschaften oder medial gesteuerten Ereignissen. Diese Gemeinschaften sind jedoch kurzfristiger und die Menschen suchen daher vermehrt nach expressivem, emotionalem und ästhetisiertem Erleben von Gemeinschaft. Der Prozess der Ästhetisierung, sowohl in Bezug auf den Körper als auch in Bezug auf Events, geht ständig weiter, so dass das Leben schlechthin zum Erlebnisprojekt geworden ist. Da es immer weniger Identifikationsmöglichkeiten gibt, ist der Körperkult eine Antwort darauf; ihm liegt die Suche nach Authentizität zugrunde. Nicht nur in der gesteigerten Körperlichkeit, sondern auch in der intensiveren Erlebniskultur geht es darum, eine Persönlichkeitserweiterung zu erfahren.All das körperliche und sportliche Erlebnisstreben zielt darauf ab, Glück und Lebensfülle zu erlangen, wobei Erlebnisorientierung die unmittelbarste Form der Suche nach Glück ist. Kalkulierbare Erlebnisse führen jedoch nicht dauerhaft zum wahren Glück, denn Glück liegt im Ganzen des Lebens. Letzten Endes will der Mensch nicht das Glücklichsein an sich, sondern einen Grund zum Glücklichsein, nämlich den Sinn des Lebens finden. Damit der Einzelne befähigt ist, sein Leben bewusst zu gestalten und Werte nicht gedankenlos zu übernehmen, könnte die Philosophie der Lebenskunst einen Ansatzpunkt liefern.

Zusammenfassung (Englisch)

Body Cult and Events as Processes of Building a Shared MeaningThe freedom to shape our lives, to live in accordance with one's own vision independent of one's origins, sex and social status that many had longed for in times past, has become part of our reality.Nevertheless, with this freedom, difficulties like crisis of purpose, dissatisfaction, fears and the escape into new philosophies of life occur. On the long term, we cannot live without recognising the meaning of life. While the power of orientation provided by traditional institutions such as the family, the church and the social class is diminishing, the search for purpose continues in new circles of friends such as virtual communities and media-driven events. Yet, these communities have a short durance. Thus, people search more intensively for expressive, emotional and aesthetic experience of community. The process of aestheticisation, regarding both the physical body and events, goes on constantly so that life has become an experience project. The number of identification possibilities is diminishing causing the body cult to become one of them: A cult based on the search for authenticity. Both the increased physicality and the more intensive culture of experience are about experiencing an extension of the personality. The physical and the athletic experience pursue the goal of reaching happiness and abundance, with the orientation towards experience being the most direct form of the search for happiness.Nevertheless, calculable events do not lead to long-term real happiness because happiness lies in life as a whole. Ultimately, one does not want to find happiness per se, but the reason for happiness which is the meaning of life. The philosophy of the art of living could serve as a key starting point for empowering an individual to shape his/her life consciously and to not adopt values without reflection.