Titelaufnahme

Titel
Die Insula XXIII von Flavia Solva : Kleinfunde und Befunde aus den Grabungen des Universalmuseums Joanneum von 2009 und 2010 / vorgelegt von Julia Rabitsch
Verfasser/ VerfasserinRabitsch, Julia
Begutachter / BegutachterinLehner Manfred
Erschienen2013
Umfang145, 56 Bl. : 1 Kt. ; zahlr. Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Flavia Solva / Insula <Architektur> / Ausgrabung / Geschichte 2009-2010 / Flavia Solva / Insula <Architektur> / Ausgrabung / Geschichte 2009-2010 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-49671 Persistent Identifier (URN)
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Die Insula XXIII von Flavia Solva [7.03 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In den Jahren 2009 bis 2011 konnten im Zuge von Lehrgrabungen der KFU in Kooperation mit dem UMJ einige zusammenhängende Mauerzüge im Inneren der Insula XXIII von Flavia Solva freigelegt werden. Diese Mauerzüge wurden als das südwestliche Eck eines römerzeitlichen Wohngebäudes, sowie dessen Vorgängerbau interpretiert. Um die einzelnen Bauphasen näher zu bestimmen und zu datieren sowie etwaige Umbauten nachzuweisen wurde, neben einer genauen Betrachtung der Befunde, das Fundmaterial zur Hilfe genommen. Zu dessen Bestimmung wurden die Kleinfunde nach Fundgattungen geordnet, zeichnerisch dokumentiert und anhand von bereits vorgestelltem Fundmaterial aus Flavia Solva und Umgebung bestimmt und relativ datiert. Mittels des ausgewerteten Fundmaterials konnte die Nutzung der Insula XXIII in den Zeitraum vom 1. bis zum 4. Jahrhundert gesetzt werden. Die Befunde ließen sich in die bekannte Stadtgeschichte Flavia Solvas eingliedern, auch konnten spezifische Merkmale, wie die Anlage von Sickergruben an Stelle von Abwasserkanälen oder der sekundäre Einbau von Hypokausten festgestellt werden. Mit Hilfe des Fundmaterials konnte ein bereits recht früh einsetzender hoher Grad an Romanisierung nachgewiesen werden sowie ein reger Handelskontakt mit der Nachbarstadt Poetovio. Aus der gemeinsamen Betrachtung der Befunde und Kleinfunde konnten drei Phasen festgestellt werden, wovon die erste von flavischer Zeit bis zur Mitte des 2. Jhs. zu reichen scheint, zweite Phase von der 2. Hälfte des 2. Jhs. bis zur Mitte des 3. Jhs. dauert und die dritte vom Ende des 3. Jhs. bis um ins 4. Jahrhundert. Die Zeit des Verfalls des Gebäudekomplexes ließ sich auf die 2. Hälfte des 4. Jhs. eingrenzen. Die für Flavia Solva um 170 n. Chr. angenommene Zerstörung durch die Markomannen konnte nicht nachgewiesen werden, ebenso ließen sich keine Hinweise auf die endgültige Zerstörung im 4. Jahrhundert durch einfallende Ostgoten finden.

Zusammenfassung (Englisch)

From 2009 until 2011 training excavations took place in the insula XXIII of Flavia Solva, which were run by the Universalmuseum Joanneum in cooperation with the University of Graz. The excavations revealed some Roman walls. These were interpreted as the foundation walls of the southwest corner of a residential building. Proof of an older construction gives an apse lying underneath that building. To date and interpret these features a closer look at the findings was necessary. The artefacts were categorized and graphically documented as such providing an overview of the unearthed material. Afterwards they were compared with already known material from Flavia Solva and its surroundings, in order to gain a relative dating. As a result it can be said that the utilization of insula XXIII took place from the 1st until the 4th century AD. The contexts match with the already know history of the municipium Flavia Solva, even town-specific features were established to prove. Such as the usage of drainage pits instead of sewers or the secondarily installed hypocausts. Through the findings an early high level of Romanization, as well as an active trade with the neighbouring town Poetovio is confirmed. By looking at the contexts and the findings three periods can be established. The first taking place from Flavian time till the middle of the 2nd century AD, the second from the second half of the 2nd till the middle of the 3rd century AD and the third from the end of the 3rd till the middle of the 4th century AD. The buildings decay dates in the 2nd half of the 4th century AD. Evidence neither for a potential destruction of Flavia Solva around 170 AD by the Marcomanni, nor for an invasion by the Ostrogoths during the 4th century AD was shown by these investigations.