Titelaufnahme

Titel
Maria Magdalena im Noli me tangere-Motiv / vorgelegt von Sabrina Peer
Verfasser/ VerfasserinPeer, Sabrina
Begutachter / BegutachterinLein Edgar
Erschienen2013
Umfang166 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. u. engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Maria Magdalena <Heilige, Biblische Person> / Nolimetangere / Kunst
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-48910 Persistent Identifier (URN)
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Maria Magdalena im Noli me tangere-Motiv [8.27 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Maria Magdalena gehört zu den am häufigsten dargestellten Heiligen. Sie ist sowohl Prostituierte als auch Büßerin, zeigt sich mit den Insignien der Reue, aber wird auch verführerisch und schön dargestellt. In ihrer Ikonografie finden sich Erotik, Hingabe und Entsagung. Diese oft widersprüchlichen Merkmale sind das Ergebnis einer zwei Jahrtausende dauernden Veränderung und Ergänzung ihrer Biografie. Mit der Metamorphose ihrer Gestalt entwickelten sich auch neue Themen und Bildmotive, die ihre Genese begleiten. Durch die Jahrhunderte erfuhr diese Heilige eine Anpassung, die durch verschiedene, sozial, politisch oder religiös bestimmte Faktoren eingeleitet wurde. Durch den Facettenreichtum ihres Kompositcharakters gerät ihre Rolle als erste Zeugin der Auferstehung Jesu und Botschafterin der Ostergeschehnisse oft ins Hintertreffen. Die Szene im Johannesevangelium, in der von diesen Ereignissen erzählt wird, ist nach dem Ausspruch Jesus benannt worden und als Bildmotiv in die Kunstgeschichte eingegangen: Noli me tangere (berühre mich nicht). Dies sind die ersten Worte, die Jesus an Maria Magdalena richtete, nachdem sie ihn als den auferstandenen Messias erkannte. Dieses Thema findet sich seit seinem ersten Erscheinen in frühmittelalterlichen Handschriften in jeder Epoche wieder. Die Entwicklung der Darstellung ist eng mit der seiner Protagonistin verbunden, kann aber auch nicht isoliert ohne Bezug zum geschichtlichen Kontext ihrer Entstehungszeit gelesen werden. Von Tizian bis Salvador Dalì wurde die sehnsuchtsvolle Beziehung zwischen dem entschwindenden Christus und Maria Magdalena von Künstlern verschiedener Gesinnung und unterschiedlichen Stils in Kunstwerke umgesetzt. Der Variationsreichtum der Objekte entspricht der Vielgestalt der Heiligen. Er zeigt aber auch, welchen Veränderungen das Bildmotiv durch die Geschichte unterworfen war.

Zusammenfassung (Englisch)

Mary Magdalene is one of the most frequently portrayed saints. She is a prostitute as well as a penitent, and therefore can carry all the insignia of deep remorse, but is also able to be dressed tempting. Eroticism, devotion and asceticism are part of her iconography. These often contradictory characteristics are the result of alterations and additions to her biography that were made during the last two millennia. New motifs and topics that arose with these changes appeared. Through the centuries the story of this saint did not stay the same, but was adjusted to new religious, social or political conditions. Due to her ever-changing character one does easily overlook the role she played during the easter-events. She was the first to meet the risen Christ and became the messenger of his resurrection. The exact scene in which all this happens is commonly known in art history under the name of: Noli me tangere (do not touch me). These were the first words that Jesus spoke to his most devoted disciple after she recognized him as the risen Messiah. Only John tells us about this private encounter, the other evangelists describe the story differently. Since the earliest appearance of this scene in medieval art, there was not one century in which this topic cannot be found. The development of the image is closely related to the changing Mary Magdalene, but its connection to the corresponding contemporary historical context should not be overlooked. A wide variety of artists, as different as Titian or Salvador Dalì, captured the longing dynamic between the disappearing Christ and Mary Magdalene in their artwork. The great variety of these objects corresponds with the polymorphism of the saint, but also shows how history shaped the depiction of one scene.