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Title
Kinder als DolmetscherInnen im medizinischen Bereich / vorgelegt von Maryam Saleh
AuthorSaleh, Maryam
CensorTiittula Liisa
Published2013
Description231 S. : 2 Zsfassungen
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Annotation
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Kind / Kommunaldolmetschen / Medizin / Kind / Kommunaldolmetschen / Medizin / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-48844 Persistent Identifier (URN)
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Kinder als DolmetscherInnen im medizinischen Bereich [3.72 mb]
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Abstract (German)

Im Zentrum dieser Arbeit stehen Kinder als Dolmetscher/innen im medizinischen Bereich. Es wird untersucht, ob es sinnvoll ist, Kinder als Dolmetscher/innen einzusetzen. Können sie richtig auf gewisse Situationen im medizinischen Bereich eingehen? Sind zweisprachige Kinder automatisch gute Dolmetscher/innen? Um eine Antwort zu erhalten, konzentriert sich die Untersuchung, die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführt wurde, auf den Umgang mit Fachbegriffen im medizinischen Bereich. Drei Versuchsgruppen dolmetschten in einer Arzt-Patient-Situation: zweisprachige Kinder, erwachsene Laiendolmetscher/innen und eine Dolmetschstudentin. Daraufhin wurden ihre Dolmetschleistungen verglichen, um festzustellen, welche Versuchsgruppe bei der Konfrontation mit medizinischen Fachbegriffen auf welche der fünf vorgestellten Dolmetschstrategien zurückgreift. Im Laufe der Untersuchung kristallisierte sich bald heraus, dass Kinder aus sprachlicher Sicht nicht für die Dolmetschtätigkeit im medizinischen Bereich geeignet sind. Im Allgemeinen ist dies bereits für ausgebildete Dolmetscher/innen keine leichte Aufgabe, was oft an den spezifischen Fachbegriffen liegt. Somit waren die Kinder meist überfordert und wussten nicht, wie sie in Problemfällen handeln sollten. Sie dolmetschten oft falsch oder ließen Informationen aus. Häufig kann es in solchen Fällen zu gravierenden Folgen kommen, was Kinder jedoch nicht bedenken. Auch die Laiendolmetscher/innen hatten Schwierigkeiten, weshalb es, insbesondere in Österreich, wichtig ist, sich auf die Möglichkeit einer Ausbildung von Dolmetscher/innen für den Community Bereich zu konzentrieren, da diese hier nicht existent ist. Bei Kindern spielt neben den sprachlichen Schwierigkeiten zusätzlich jene Tatsache eine drastische Rolle, dass sie seitens der Erwachsenen unter Druck gesetzt werden, da sie niemanden enttäuschen und alles richtig machen wollen. Aus diesem Grund ist es problematisch, Kinder als Dolmetscher/innen im medizinischen Bereich einzusetzen.

Abstract (English)

This paper focuses on children as interpreters in medical settings. It investigates whether it is reasonable to let children interpret. Are they able to react properly to specific situations in medical settings? Are bilingual children automatically good interpreters? In order to find an answer to these questions, the empirical study undertaken within the frame of this paper focuses on how interpreting people deal with technical terms in medical context. Three test groups interpreted a dialogue between a doctor and a patient: bilingual children, adult lay-interpreters and an interpreting student. Subsequently their performances were compared in order to find out which test group uses which one of the five introduced interpreting strategies. In the course of this study it occurred very soon that, from a linguistic view, children are not well-suited for the job as interpreters in medical settings. Due to many specific technical terms, even trained interpreters accordingly face a lot of difficulties in these settings. That is why the children in this study were unable to cope with the problems they faced and did not know how to react in a right way. They often interpreted incorrectly or skipped important pieces of information. In many cases this can lead to serious consequences which children are not aware of. The lay-interpreters who participated in this study also faced the same difficulties. This leads to the conclusion that it is extremely important to focus on the possibility of offering training for interpreters in community settings, especially in Austria since it does not exist here. When it comes to bilingual children, the fact that they face a high level of pressure of adults they are expected to interpret for, beside the linguistic difficulties they are confronted with, plays a drastic role. They do not want to disappoint anyone and want to do everything right. This is why children should not be used as interpreters in medical settings.