Titelaufnahme

Titel
König Hahnrei oder Der glücklichste König der Welt : Destruktion der Tristanminne im Drama Georg Kaisers / vorgelegt von Daniela Neger
Verfasser/ VerfasserinNeger, Daniela
Begutachter / BegutachterinSpreitzer Brigitte
Erschienen2013
Umfang114 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
SchlagwörterKaiser, Georg <König Hahnrei> / Kaiser, Georg <König Hahnrei> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-48520 Persistent Identifier (URN)
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König Hahnrei oder Der glücklichste König der Welt [1.03 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Um 1910 verfasste Georg Kaiser das Drama ?König Hahnrei?, in dem er den Tristan-Mythos verarbeitete. Was sein Stück maßgeblich von den meisten anderen Tristan-Texten unterscheidet, ist die Verschiebung des Erzählfokus, denn nicht das Liebespaar, Tristan und Isolde, sondern der gealterte König Marke steht im Handlungsmittelpunkt. Zudem vermengt Kaiser den mittelalterlichen Tristan-Stoff mit modernen Einsichten in die Psyche des Menschen. In dieser Arbeit werden Einflüsse und Vorlagen des Dramas analysiert, wobei zwei Schwerpunkte gesetzt werden. Den ersten bildet die Untersuchung der Intertextualität des Werkes, basierend auf Intertextualitätstheorien von Broich/Pfister und Helbig. Anhand von zwei erarbeiteten Prätexten - Gottfrieds von Straßburg ?Tristan? und Joseph Bédiers ?Der Roman von Tristan und Isolde? - wird veranschaulicht, auf welche Weise Kaiser in seinem Drama mit Intertextualität arbeitet und welche Auswirkungen dies auf die Rezeption des Stückes hat. Durch den Vergleich von einzelnen Personen, Motiven und Episoden des ?König Hahnrei? mit den Prätexten kann veranschaulicht werden, wie vielfältig Kaiser intertextuelle Verweise integriert. Dies kann für den Rezipienten sowohl zu einem Erkenntnisgewinn als auch zu möglichen Verständnisproblemen führen. Den zweiten Schwerpunkt bildet die Frage nach dem Einfluss der Psychoanalyse, da sich einige von Freud definierte psychische Mechanismen in der Markefigur widerzuspiegeln scheinen. Hierbei soll sowohl extra- als auch intratextuell untersucht werden, welche Verbindungen sich zwischen dem ?König Hahnrei? und der Psychoanalyse finden lassen. Obwohl sich keine stichhaltigen Nachweise für Kaisers Rezeption der Psychoanalyse finden lassen, kann am Text recht deutlich nachvollzogen werden, dass Freuds Theorien einen Einfluss auf das Drama gehabt haben dürften.

Zusammenfassung (Englisch)

Around 1910 Georg Kaiser wrote the play ?König Hahnrei? (?King Cuckold?), in which he revised the myth of Tristan. What significantly distinguishes his play from most of the other Tristan versions is the shift of the narrative focus. Not Tristan and Isolde but the aged king Marke is the centre of attention. Furthermore, Kaiser mixed the medieval myth of Tristan with modern insights into the human psyche. In this thesis influences of the play will be analysed by two main points. The first is the analysis of the intertextuality, which is based on theories of intertextuality by Broich/Pfister and Helbig. On the basis of two pre-texts - Gottfried's von Straßburg ?Tristan? and Joseph Bédier's ?Der Roman von Tristan und Isolde? (?The Romance of Tristan and Iseult?) - will be shown in which way Kaiser incorporates intertextuality in his play and which impact that has on the reception. By comparing characters, motives and episodes of ?König Hahnrei? with the pretexts can be illustrated how varied Kaiser integrated intertextual references. But that can cause the recipient both a gain in perception and problems in unterstanding. The second main point is the influence of the psychoanalysis on the play since some psychological mechanisms, as defined by Freud, seem to be reflected in the character of king Marke. At this will be examined which extra- and intratextual connections between ?König Hahnrei? and the psychoanalysis exist. Although no solid proof for Kaisers reception of psychoanalysis can be found, the analysis of the text shows quite clearly that Freud's theories may have had an influence on the drama.