Titelaufnahme

Titel
Emotionsverarbeitung und Verhaltenshemmung bei Gewalttätern / Thomas Doppelreiter
Verfasser/ VerfasserinDoppelreiter, Thomas
Begutachter / BegutachterinSchienle Anne
Erschienen2012
UmfangVI, 104 Bl. : 2 Zsfassungen ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Gewalttäter / Emotionales Verhalten / Gewalttäter / Emotionales Verhalten / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-48302 Persistent Identifier (URN)
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Emotionsverarbeitung und Verhaltenshemmung bei Gewalttätern [1.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

ZusammenfassungDiese Arbeit beschäftigt sich mit der Emotionserkennung und der Verhaltenshemmung bei Gewalttätern. Aus der Literatur geht hervor, dass Gewalttäter Defizite in diesen beiden Bereichen aufweisen. Gewalttäter zeigen eine erhöhte Impulsivität, insbesondere in emotionsintensiven Situationen, weshalb die Verhaltenshemmung auf emotionale Reize von besonderer Bedeutung ist. Zum Teil hängt Gewaltkriminalität aber auch mit dem falschen Erkennen und der falschen Reaktion auf Emotionen zusammen. Sechzehn Gewalttäter und sechzehn nicht delinquente Männer nehmen an der Studie teil. Die Hypothesen werden mittels Emotionalem Go/No-Go Paradigma überprüft. Die verwendeten Bedingungen sind die Emotionen Ärger, Angst, Ekel und Freude sowie die neutrale Bedingung Geschlecht. Die Stimuli sind emotionale Gesichtsausdrücke beider Geschlechter aus dem Karolinska Bilderset (Lundqvuist et al., 1998). Die Aufgabe der Teilnehmer ist es in jedem Durchgang, auf Go-Reize (75%) eine Reaktion mittels Mausklick zu geben und bei No-Go Reizen (25%) ihre Reaktion zu hemmen. Zusätzlich werden ein Interview und eine Reihe von Fragebögen vorgegeben. Die Hypothesen sind, dass Gewalttäter sowohl bei der Emotionserkennung als auch bei der Verhaltenshemmung auf emotionale Reize Defizite aufweisen. Weiters wird ein spezifischer Effekt der Missinterpretation von Ekel als Ärger speziell in der Gruppe der Gewalttäter erwartet. Gewalttäter in der Emotionsverarbeitung und in der Verhaltenshemmung auf emotionale Reize deutliche Defizite auf. Ein spezifischer Effekt der Missinterpretation von Ekel als Ärger kann nicht nachgewiesen werden. In der Verhaltenshemmung auf emotionsunabhängige Reize werden keine Gruppenunterschiede gefunden. Die explorativen Analysen zum Geschlecht der Poser zeigen, dass auf männliche Gesichter im Allgemeinen schneller reagiert wird als auf weibliche Gesichter, wobei teilweise auch spezifische Effekte in Bezug auf das Geschlecht des Posers bei einzelnen Emotionen auftreten.

Zusammenfassung (Englisch)

AbstractThis study investigates the emotion recognition and behavioral inhibition in violent offenders. The literature suggests that violent offenders show decreased abilities in these two domains. Violent offenders show decreased behavioral inhibition and increased impulsivity, especially in emotion intensive situations. The behavioral inhibition on emotional stimuli is an important point. Violent crime is said to be connected to decreased recognition of emotions and wrong reactions in emotional situations. Sixteen male violent offenders and sixteen non delinquent men take part in this study. The hypotheses are tested with an emotional version of a go/no-go paradigm which connects the abilities in emotion recognition and behavioral inhibition. The used emotional conditions are anger, fear, disgust and happiness as well as the neutral condition gender. The stimuli are emotional and neutral faces of both sex of the Karolinska picture inventory (Lundqvuist et al., 1998). In this experiment the participants have to react to some stimuli (go stimuli, 75%) and inhibit the motor response to other stimuli (no-go stimuli, 25%). Additionally an interview and some questionnaires are given to the participants. It is hypothesized that violent offenders show deficits concerning emotion recognition and behavioral inhibition on emotional stimuli. Additionally a specific effect of misinterpretation of disgust as anger is investigated especially in the group of violent offenders. As expected, violent offenders show global deficits in emotion recognition and behavioral inhibition in different emotions. The specific effect of misrecognition of disgust as anger can not be found. The behavioral inhibition on neutral stimuli does not differ between the groups. In exploratory analysis concerning the sex of the poser participants show faster reaction times in male posers than in female posers. Some results show specific effects in separate emotions concerning the gender of the poser.