Titelaufnahme

Titel
Neue Tatbestände im Sexualstrafrecht zum Schutz Kinder und Jugendlicher : notwendige Umsetzung von EU-Recht oder Exzess des Gesetzgebers? / vorgelegt von Paul Leinzinger
Verfasser/ VerfasserinLeinzinger, Paul
Begutachter / BegutachterinTipold Alexander
Erschienen2012
UmfangV, 68 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Sexualstrafrecht / Österreich / Sexualstrafrecht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-46880 Persistent Identifier (URN)
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Neue Tatbestände im Sexualstrafrecht zum Schutz Kinder und Jugendlicher [0.38 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Mit der Strafgesetznovelle 2011, die am 01.01.2012 in Kraft trat, wurden unter anderem zwei neue Tatbestände in das StGB integriert. Dabei handelt es sich um § 208a, der die Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen beinhaltet und um § 215a Abs 2a, durch den nun auch das Betrachten pornographischer Darbietungen Minderjähriger unter Strafe gestellt wird. Beide richten sich an Probleme im Jugendschutz, die hauptsächlich durch Missbrauch des Mediums Internet verursacht werden.Vor allem mit § 208a, dem sogenannten ?Grooming-Paragrafen? betritt der Gesetzgeber Neuland, das bisher weltweit nur selten Einzug in die Strafgesetzbücher gefunden hat.Beide Bestimmungen sind auf Grundlage europarechtlicher Rechtsakte entstanden, nämlich dem ?Übereinkommen zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch? und der ?Richtlinie zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern sowie der Kinderpornografie?.Die eingehende Analyse der neuen Tatbestände hat zahlreiche Schwachstellen aufgedeckt, die erwartungsgemäß dazu beitragen, dass sich der praktische Nutzen der §§ in Grenzen hält. Ein knappes Jahr nach Inkrafttreten kann natürlich noch kein endgültiges Urteil gefällt werden, bisher sind allerdings keine erfolgreichen Anwendungen der Bestimmungen an die Öffentlichkeit getreten.Wie sich aber herausgestellt hat, sind die Mittel des Strafrechts nicht die einzig möglichen, um den aktuellen Problemen entgegenzutreten und in diesem Fall vielleicht auch nicht die besten. Wichtiger ist hier die Prävention von sexuellen Übergriffen im Internet durch Aufklärung und Bewusstseinsbildung, sowohl von Kindern als auch Eltern. Darauf sollte sich in Zukunft das Hauptaugenmerk auch richten.

Zusammenfassung (Englisch)

The Criminal Law Amendment 2011, which entered into force on 01/01/2012, incorporated two new offenses into the Austrian Criminal Code. These are § 208a, which includes the initiation of sexual contacts to minors and § 215a 2a, that punishes the act of attending pornographic performances of minors. Both are aimed at problems in the protection of children, which are mainly caused by misuse of the Internet.Especially § 208a, known as the "grooming Clause", is a whole new kind of offense, that is so far existing in just a few criminal codes in the whole world.Both elements of a crime were either based on European legal instruments, which are the "Convention on the Protection of Children against Sexual Exploitation and Sexual Abuse" and the "Directive on combating the sexual abuse and sexual exploitation of children and child pornography."The detailed analysis of the new offenses has revealed many weaknesses, that contribute as expected to the fact that the practical effect of the new §§ is limited. Of course you can`t deliver a final judgment just one year after the entry into force, but so far no successful applications of the elements of crime went public.But the means of the criminal law are not the only possibility to confront the current problems and in this case, they maybe not the best ones. The prevention of sexual abuse on the Internet through education and awareness of both children and parents is important. This should be the main focus in the future.