Titelaufnahme

Titel
"Der Vertrauensgrundsatz im Strafrecht" / eingereicht von Manfred Worm
Verfasser/ VerfasserinWorm, Manfred
Begutachter / BegutachterinLambauer Heimo
Erschienen2013
Umfang115 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Vertrauensgrundsatz / Strafrecht / Österreich / Vertrauensgrundsatz / Strafrecht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-45133 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Mit der Erlassung der StVO, kam es im Jahre 1961 zu einer Neufassung des österreichischen Straßenverkehrsrechts. In § 3 StVO wurde auch erstmals der sogenannte ?Vertrauensgrundsatz? normiert. Dieser Grundsatz wurde vom OGH lange vor der Erlassung der StVO aus einer ?allgemeinen Verhaltensnorm? abgeleitet, die sämtliche Verkehrsteilnehmer zu einem rücksichtsvollen, aufmerksamen, sowie zu einem regelkonformen Verhalten verpflichtete. Daraus folgerte der OGH, dass demnach jeder Verkehrsteilnehmer auch auf die Einhaltung der Verkehrsvorschriften durch die anderen Verkehrsteilnehmer vertrauen dürfe. Bei der Ausarbeitung der StVO, wurde diese allgemeine Verhaltensnorm (zuletzt in § 7 StPolG 1946) vom Gesetzgeber jedoch ganz bewusst durch den Vertrauensgrundsatz ersetzt. Die - von diesem Schritt erhoffte - einschneidende Änderung der Judikatur in Verkehrsstrafsachen, blieb jedoch aus. Um zu verstehen, warum dieser Schritt keine einschneidende Änderung der Judikatur in Verkehrsstrafsachen bewirken konnte, ist es zunächst erforderlich die genaue Bedeutung des Wortes ?Vertrauen?, sowie den genauen Inhalt des Vertrauensgrundsatzes zu verstehen. Des Weiteren muss man sich auch mit den speziellen Ausnahmeregelungen des Vertrauensgrundsatzes in Hinblick auf verkehrsuntaugliche Personen (zB Kinder), sowie mit den sogenannten ?immanenten Schranken? dieses Grundsatzes befassen. Obwohl der Vertrauensgrundsatz bis heute nur in § 3 StVO normiert ist, gilt dieser Grundsatz unbestrittenermaßen auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens, bspw beim Schifahren. Der Vertrauensgrundsatz beschränkt darüber hinaus aber auch die Sorgfaltspflichten der Mitarbeiter im Bereich der Arbeitsteilung. Grundvoraussetzung für das Funktionieren der Arbeitsteilung ist, dass man auf eine sorgfältige und regelkonforme Durchführung der (Teil-) Arbeiten der anderen Mitarbeiter vertrauen darf.

Zusammenfassung (Englisch)

In 1961, a new Austrian Road Traffic Act, the so called StVO 1960 was introduced. The main reason for this revised version of a Road Traffic Act was the increasing traffic after recovering from World War 2. In § 3 StVO the so called ?principle of trust? has been standardized. Long before, this principle has been deduced by the Austrian high court (the OGH) from a ?general behavior rule?, that demanded a thoughtful, observant and most of all a correct behavior from all the road-users. In the opinion of the OGH, it follows from that, that the road-users therefore can fully trust on the obedience of these rules. By enacting the StVO, the Austrian legislator replaced this general behavior rule by the principle of trust, expecting a drastic change in the jurisdiction of the OGH, which (for the moment) didn?t come. To be able to understand, why a drastic change in the jurisdiction couldn?t be expected, it is necessary to understand the meaning of the word ?trust? and the exact content of the ?principle of trust?. Further important aspects are, the special regulations in regard of a certain group of people (for example children) and most of all, the so called ?inherent barriers? of the principle of trust. Although the principle of trust has only been standardized in § 3 StVO, this principle is also known in other parts of our daily life, for instance in skiing, cycling or motorboat driving. The similarity of those areas of life was probably the main reason, for the enlargement of its area of application. Furthermore, the principle of trust is also restricting the duties of care of team members. The permission to trust in the accuracy of the outcome and the working method of your team member is a basic requirement to make the division of labor work.