Titelaufnahme

Titel
Das Bildungssystem in Kuba : Rückblick, aktuelle Strukturen, Herausforderungen / Manuel Erich Schlöglhofer
Verfasser/ VerfasserinSchlöglhofer, Manuel Erich
Begutachter / BegutachterinZimmermann Friedrich
Erschienen2013
Umfang140 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2013
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Kuba / Bildungssystem / Kuba / Bildungssystem / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-45088 Persistent Identifier (URN)
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Das Bildungssystem in Kuba [3.63 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Eine Beschreibung gegenwärtiger Strukturen im kubanischen Bildungswesen kann ohne die Darstellung der politischen, ökonomischen und ideologischen Rahmenbedingungen im 20. Jahrhundert nur unzureichend erfolgen. Der kubanische Entwicklungsweg bis zur Revolution in den 1950er-Jahren wurde von der jahrhundertelangen spanischen Kolonialherrschaft und dem folgenden Abhängigkeitsverhältnis von den USA ab 1902 geprägt, welches erst mit der zunehmenden Übernahme sozialistischen Gedankenguts in den 1960er-Jahren ein Ende fand. In bildungspolitischer Hinsicht wurde nach 1959 den Forderungen des kubanischen Nationalhelden José MARTÍ Rechnung getragen und der freie Bildungszugang für alle Kubaner/innen in der Verfassung verankert. Alte, vorrevolutionäre Strukturen wurden aufgebrochen und gewaltige Sozialprogramme in Gang gesetzt. Mit der Alphabetisierungskampagne von 1961 und den Reformen der Folgejahre legten Fidel CASTRO und Ernesto CHÉ GUEVARA den Grundstein für eine außergewöhnliche Entwicklung im Bildungswesen. Eine Transformation der Gesellschaft sollte zur Erschaffung eines neuen Menschen beitragen. Es folgte die Verankerung der marxistisch-leninistischen Ideologie im Bewusstsein der Kubaner/innen in den 1970er-Jahren, welche die Entwicklungen im Bildungswesen entscheidend beeinflusste. Eine Entwicklung hin zum besten Bildungswesen Lateinamerikas war die Folge. Der Wegfall der wichtigsten Handelspartner ? die ehemaligen europäischen Ostblockstaaten ? sowie das US-Handelsembargo führten jedoch ab 1990 zu einer massiven Krise mit folgenschweren Auswirkungen. Gegenwärtig steht ein anhaltender Mangel an ausgebildeten Lehrkräften und geeigneten Unterrichtsmaterialien nur stellvertretend für viele Herausforderungen, mit denen sich die kubanische Regierung konfrontiert sieht. Ob nach Hugo CHÁVEZ' Tod das wirtschaftliche und soziale Band zwischen Kuba und Venezuela getrennt wird, ist schwer abzuschätzen. Die Folgen wären jedenfalls fatal ? auch für das kubanische Bildungswesen.

Zusammenfassung (Englisch)

To get an understanding of the present structures of the Cuban education system it is important to consider the political, economical and ideological parameters during the twentieth century. Until the Revolution in the 1950s, Cuba was shaped over centuries by the Spanish colonial rule and the resulting dependency from the USA. However, with the increasing acquisition of socialistic ideas in the 1960s this came to an end. With regard to educational policy, José MARTÍ played an important role because he required free access to all education institutions for all Cubans which then became enshrined in the constitution. Consequently, prerevolutionary structures were broken up and huge social programs were initiated. With numerous reforms as for instance the literacy campaign, Fidel CASTRO and Ernesto CHÉ GUEVARA set the course for an extraordinary development of the education system of Cuba. A new generation of people was intended to be created through a transformation of the society. Hence, the Marxist-Leninist ideology was embedded in the thoughts of the Cubans in the seventies which had a great effect on the developments within the Cuban education system. Subsequently, the Cuban education system evolved into the best in Latin America. Nevertheless, after the fall of the iron curtain, involving the disappearance of the eastern bloc countries which were important trade partners as well as the still existing US trade embargo led from 1990 on to a massive crisis with momentous consequences. At the moment, the Cuban government has to face among other challenges a lack of trained teachers as well as a lack of adequate teaching materials. Whether there is a disruption of the economic and social relations between Cuba and Venezuela after the recently deceased Hugo CHÁVEZ or not remains to be seen. The consequences of a disruption would beyond doubt be disastrous also for the Cuban education system.