Titelaufnahme

Titel
„Zwangsverheiratung“ Fürsorge nach dem Koran und/oder strafbare Handlungen nach dem österreichischen Strafrecht / vorgelegt von Violeta Petritsch
Verfasser/ VerfasserinPetritsch, Violeta
Begutachter / BegutachterinSchmölzer Gabriele
Erschienen2012
Umfang99 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Zwangsheirat / Strafrecht / Koran / Österreich / Zwangsheirat / Strafrecht / Koran / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-44799 Persistent Identifier (URN)
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„Zwangsverheiratung“ Fürsorge nach dem Koran und/oder strafbare Handlungen nach dem österreichischen Strafrecht [0.66 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Phänomen Zwangsheirat oder Nötigung zur Ehe ist ein aktuelles und brisantes Thema, da inden letzten Jahren vermehrt Berichte von Betroffenen an die Öffentlichkeit kamen.Zuerst klärt diese Arbeit, was das gesellschaftliche Phänomen, ?die Zwangsheirat?, ist. Dazu wirdeine Abgrenzung zu anderen Formen, wie zB zu den arrangierten Ehen, vorgenommen.Des Weiteren wird das Thema Zwangsheirat aus zwei Perspektiven beleuchtet: Zum einen aus derreligiösen, zum anderen aus der strafrechtlichen Perspektive. Oftmals kann die Religion einmöglicher Grund für eine Zwangsheirat sein. Das Phänomen einer solchen Heirat existiert indiesem Sinne im Islam aber nicht, obwohl gerade aus diesem Kulturkreis immer wieder Fälle undBerichte öffentlich werden. Um dies besser herausarbeiten zu können, wird in aller Kürze dieGeschichte des Islams dargestellt sowie dessen Einstellung zur Sexualität, der Ehe, der Gesellschaftund der Religion. Es wird untersucht, ob es im Islam religiöse Erklärungen, Gründe undRechtfertigungen für eine Zwangsheirat geben kann. Dies ist nicht so zu verstehen, dass der Islamdie einzige Religion ist, in der die Zwangsheirat vorkommt. Der einzige gemeinsame Nennerzwischen den Kulturen, in denen eine Zwangsheirat häufiger geschieht, ist ein Umfeld, welches alspatriarchalisch zu beschreiben ist.Die zweite Seite ist die derzeitige strafrechtliche Situation in Österreich. Im Rahmen dieser Arbeitsoll geklärt werden, welche Normen des StGB durch die Nötigung zur Ehe berührt werden können.Die Nötigung wird mit verschiedenen Mitteln und Instrumenten begangen, sei es physisch(Körperverletzungen, Misshandlungen) oder psychisch (Drohungen). Diese Arten werden von mirnäher dargestellt. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf den zentralen Bestimmungen der Nötigungund der schweren Nötigung §§ 105, 106 StGB, da in diesen die Nötigung zur Heirat derzeit geregeltist. Diese Regelung ist nach der Meinung der Autorin nicht ausreichend.

Zusammenfassung (Englisch)

The phenomenon of being forced or coerced into marriage is a hot and controversal topic asmore and more reports from affected individuals have been made public over the past fewyears.First of all, this thesis explains what the social phenomenon of being forced into marriagemeans. It also outlines the separation to other forms of marriages e.g. arranged marriages.In addition, the topic of being forced into marriage is being discussed from two perspectives:on the one hand from a religious viewpoint and on the other hand from a penal viewpoint.Religious reasons can often be a possible cause for being forced into marriage. However, thephenomenon of being forced into marriage does not exist in this sense in Islam, althoughcases and reports have repeatedly become known from that very culture area. In order tobetter elaborate this aspect, I briefly describe the history of Islam, as well as its attitudetowards sexuality, marriage, society and religion. The thesis also examines wheather theremay be religious explanations, reasons or justifications for being forced into marriage. This isnot to be understood that the Islam is the only religion where forced marriages are seen. Apatriarchal environment is the only common denominator in cultures where forced marriagesoccur more frequently.The other aspect is the present penal situation in Austria. This thesis clarifies whichprovisions of the Penal Code relate to being coerced into marriage. Coersion is committed byvarious means and instruments, be they physical (injuries, abuses) or mental (threats). Theseforms are being discussed in detail. The main focus, however, lies on the core provisions forcoersion and aggravated coersion i.e. paragraphs 105 and 106 of the Penal Code, presentlyregulating coersion into marriage. According to the author, these provisions are not sufficient.