Titelaufnahme

Titel
Noreia : ein neuer Ansatz zur Lokalisierung des norischen Stammeszentrums / vorgelegt von Reinhard Stradner
Verfasser/ VerfasserinStradner, Reinhard
Begutachter / BegutachterinTausend Klaus
Erschienen2012
Umfang125 S. : 2 Zsfassungen ; Ill., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzKB2012 15c
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterNoreia / Vor- und Frühgeschichte
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-44233 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Lokalisierung des in die antike Geschichtsschreibung eingegangenen Noreia ist eine bis heute ungelöste und den wissenschaftlichen Diskurs stets aufs Neue stimulierende Streitfrage. Durch seine spezifische militärische Ausbildung ermutigt, wagt der Verfasser den Versuch, das skizzierte Problem erstmals von einer gänzlich neuen Seite anzugehen. Er stützt sich dabei auf eine Methode, die im Fachjargon als ?Beurteilung der Lage? bezeichnet wird. Am Beginn seiner Erörterungen steht verständlicherweise die antike Überlieferung mit ihren spärlichen Aussagen. Daran anknüpfend wurden die von namhaften Wissenschaftlern gewonnenen Erkenntnisse und Thesen einer kritischen Beurteilung unterzogen. Beide gemeinsam bilden sie sodann den Ausgangspunkt für eigene, über die bisherigen Zugänge hinausgehende Lokalisierungsansätze. In deren Mittelpunkt stehen militärische Überlegungen, des Weiteren auch menschliche Aspekte. Geographische und chronologische Gegebenheiten im Rahmen der militärischen Lagebeurteilung zu berücksichtigen, war dabei gleichsam eine conditio sine qua non. Anhand einer abgestimmten Lagebeurteilung ? fußend auf zwei vorhergehenden Beurteilungen samt einem erarbeiteten Auftrag für den (virtuellen) Zielbereich ? kommt der Autor zum Schluss, dass jene von Appian, Strabon, Caesar sowie dem älteren Plinius erwähnte norische Siedlung namens Noreia im Nahbereich zweier in der Tabula Peutingeriana genannter, homonymer Straßenstationen gelegen haben müsse. Der Verfasser gelangt letztendlich zur Überzeugung, mit seiner militärischen Lagebeurteilung das fachwissenschaftlich immer noch nebulose und verworrene Bild von der geographisch-topographischen Situation Noreias ? und damit auch des antiken Schlachtfeldes ? einer Lösung näher gebracht zu haben. Es bleibt nun fraglos Aufgabe der Feldarchäologie, die sich um Noreia rankenden Rätsel durch Grabungen vor Ort endgültig zu klären, sofern dies ohne epigraphische Zeugnisse überhaupt je gelingen kann.

Zusammenfassung (Englisch)

The localization of Noreia which had influence on the ancient historiography has, until today, remained a matter of dispute stimulating the scientific discourse time and again. The author encouraged by his specific military qualifications ventures for the first time an attempt to tackle this problem from a completely different perspective, using a method, in general only military decision makers are familiar with, which is called the "Military Decision-making Process". At the beginning of his expositions, the author is referring to ancient deliverances with their scarce and ambivalent interpretable statements. The findings and thesis ? won by well-known scientists ? were hooked up and subjected to a critical judgement. Together they form the starting point for own localization approaches going beyond previous accesses, with their focal points, strategic, operative and military tactical considerations and furthermore human aspects. Trough out the decision making process it was mandatory to take the geographical, chronological conditions into account. Based on the succeeding situation assessment including two previous coordinated assessments and a special task development for the (virtual) target area, the author comes to the conclusion that the Noric settlement called Noreia mentioned by Appian, Strabon, Caesar as well as the elder Pliny must be located in the vicinity of both homonym road stations in the Tabula Peutingeriana, a 4th century (military?) road map. Eventually the author with his military decision making process comes to the conviction that the still nebulous and confused historic picture of the geographical-topographical situation of Noreia and also the ancient battlefield was brought closer to a solution. It remains undoubtedly the task of archaeological researchers to solve mystified Noreia with excavations in the field, without epigraphic credentials this might be unsuccessful.