Titelaufnahme

Titel
Imitation in sozialen Softwareumgebungen : die Rolle impliziter und expliziter Gedächtnisprozesse / vorgelegt von Paul Christian Seitlinger
Verfasser/ VerfasserinSeitlinger, Paul Christian
Begutachter / BegutachterinLey Timo Tobias ; Albert Dietrich
Erschienen2012
Umfang233 Bl. : 2 Zsfassungen ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und in engl. Sprache
SpracheEnglisch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Social Tagging / Kognitive Psychologie / Social Tagging / Kognitive Psychologie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-43184 Persistent Identifier (URN)
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Imitation in sozialen Softwareumgebungen [4.42 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Social Tagging (ST) ist eine weitverbreitete Funktionalität im Web, mit deren Hilfe BenutzerInnen sozialer Internetumgebungen Ressourcen (Fotos, Lesezeichen etc.) anhand selbst gewählter Schlagwörter, so genannter Tags, beschreiben. Es gilt als vielsprechend, die Einigung auf Begrifflichkeiten einer Wissensdomäne zu fördern. Die Experimente dieser Arbeit überprüften verschiedene dem ST zugrunde gelegten Gedächtnisprozesse auf ihre kognitionspsychologische Realität. In dominierenden Modellen gründet die Erreichung von Konsens über Tags auf wortwörtlicher Imitation, die explizite Gedächtnisprozesse voraussetzt. Ein alternativer Ansatz postuliert semantische Imitation auf Basis impliziter Repräsentationen. Motiviert durch Dual-Prozess-Gedächtnistheorien wurde hier ein Modell vertreten, das sowohl explizite als auch implizite Imitationsprozesse zu integrieren vermag. Dafür wurde die Technik der multinomialen Modellierung angewandt, welche die Schätzung von Parametern für kognitive Imitationsprozesse ermöglichte. Experiment 1 bestätigte die Hypothese, dass während einer Tag-gestützten Informationssuche implizite und explizite Enkodierprozesse separate Wirkungen entfalten. Experiment 2 zeitigte einen Nachweis der Hypothese, dass explizit-wortwörtliche und implizit-semantische Prozesse zu etwa gleichen Teilen zur aktiven Produktion von Tags beitragen. Experiment 3 bekräftigte das in Experiment 2 gefertigte Modell: Die Anpassungsgüte war zufriedenstellend und Manipulationen des Tagging-Verhaltens leisteten eine inhaltliche Validierung der Parameter.

Zusammenfassung (Englisch)

Social Tagging (ST) is a widespread functionality on the Web, by which users of social software applications describe their resources (e.g. photos, bookmarks etc.) with self-created keywords, so called tags. ST is a promising technique to foster the emergence of consensus on the terminology of a knowledge domain. The three experiments of this work analyzed the psychological reality of different memory processes that are supposed to underlie ST. In dominating models the emergence of consensus on tags is attributed to verbatim imitation, which requires explicit memory processes. An alternative approach postulates semantic imitation based on implicit representations. In the current work a model was advocated, which was derived from dual-process-memory theories and which integrated both explicit and implicit imitation processes. To this end the technique of multinomial modeling was applied that yielded estimates of parameters for cognitive imitation processes. Experiment 1 confirmed the hypothesis that implicit and explicit encoding processes have separate effects during a tag-based information search. Experiment 2 provided evidence for the hypothesis that explicit-verbatim and implicit-semantic processes contribute to the active production of tags in equal shares. Experiment 3 confirmed the model that was developed in experiment 2: the data fit was very satisfying and manipulations of the tagging-behavior validated the parameters? psychological meaning.