Titelaufnahme

Titel
Gefährliche Körper? : die Beständigkeit von Zweigeschlechtlichkeit als hegemoniale, normative und regulatorische Macht unter Heranziehung des medizinischen Intersex-Diskurses / vorgelegt von Marlies Pratter
Verfasser/ VerfasserinPratter, Marlies
Begutachter / BegutachterinList Elisabeth
Erschienen2012
Umfang97 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Intersexualität / Intersexualität / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-43113 Persistent Identifier (URN)
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Gefährliche Körper? [0.58 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Gefährliche Körper? Die Beständigkeit von Zweigeschlechtlichkeit als hegemoniale, normative und regulatorische Macht unter Heranziehung des medizinischen Intersex-DiskursesKörperliche Phänomene, die nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden können, sind nach wie vor Gegenstand von medizinischen Eingriffen. Körper von intersexuellen Menschen werden pathologisiert und Operationen unterzogen, welche geschlechtliche Eindeutigkeit zum Ziel haben. Dass diese vorherrschende Praxis neuerem biologischem Wissen von Geschlechtsentwicklung nicht gerecht wird, verweist auf die Normativität medizinischer Diskurse, welche von einer naturgegebenen Zweigeschlechtlichkeit ausgehen. Der medizinische Umgang mit intersexuellen Menschen und dem Phänomen Intersexualität bildet den Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit, die der Frage nachgeht warum sich heteronormative Zweigeschlechtlichkeit als so langlebig und beständig erweist. Ein historischer Exkurs verdeutlicht, dass mit der Entstehung der Humanwissenschaften ein Wissen von Geschlechtlichkeit in der Moderne diskursmächtig wird, das von der Naturgegebenheit von ausschließlich zwei Geschlechtern ausgeht, welche sich in der körperlichen aber auch in der wesenhaften Unterschiedlichkeit von Frauen und Männern ausdrückt. Entscheidend für die Beständigkeit dieser Vorstellung von Geschlecht, ist der hegemoniale Status, den die gesellschaftliche Norm der Zweigeschlechtlichkeit besitzt sowie die Einbettung hegemonialer Diskurse in die Subjektkonstitution. Dass Geschlecht als binäre Zweigeschlechtlichkeit ein Macht- und Herrschaftsinstrument darstellt und für die Regierung von Subjekten nutzbar gemacht wird, erweist sich als ein weiterer Schlüssel für das Verständnis der Langlebigkeit des Zweigeschlechtersystems.

Zusammenfassung (Englisch)

Dangerous Bodies? The persistence of the two-gender hegemony as a normative and regulatory force with reference to the medical intersex discourseBodily phenomena not definitively assignable to the male or female sex continue to be the subject of medical procedures. The bodies of intersexual people are pathologized and subjected to operations with the aim of sexual unambiguity. The fact that this prevalent practice does not conform to more recent biological insights into sexual development, highlights the normativity of medical discourses which presume a natural sexual binarism. The dealing with intersexual people as well as the phenomenon of intersexuality as such by the medical community constitutes the starting point of the present thesis which considers the question of why the heteronormative binary gender model seems to be quite so persistent and long-lasting. An excursus into the historical aspects illustrates that, in the modern age, the development of the humanities opened up a discourse of gender which is based on the belief in a natural gender binarism manifesting itself as a physical as well as mental difference between men and women. A decisive element in the persistence of this model is the hegemonic status of the binary gender model as a societal norm, as well as the embedding of hegemonic discourses into the constitution of the subject. The fact that gender in the form of the binary gender model represents an instrument of power and dominion used in the government of individuals is a further key factor in understanding its longevity.