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Title
Das Verschwinden der Väter : der Wandel der Väterliteratur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts / vorgelegt von Martin Walpot
AuthorWalpot, Martin
CensorHoefler Guenter
Published2012
Description99 Bl. : 2 Zsfassungen
Institutional NoteGraz, Univ., Masterarb., 2012
Annotation
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (GND)Deutsch / Literatur / Vater <Motiv> / Sohn <Motiv> / Geschichte 1970-2007 / Deutsch / Literatur / Vater <Motiv> / Sohn <Motiv> / Geschichte 1970-2007 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-42695 Persistent Identifier (URN)
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Das Verschwinden der Väter [0.74 mb]
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Abstract (German)

Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts ist bis zum heutigen Tag eine Vielzahl an Büchern erschienen, welche die Beziehung zwischen Vätern und ihren Söhnen zum Thema haben ? die sogenannten Väterbücher. In der vorliegenden literaturwissenschaftlichen Arbeit wird anhand sozial- und entwicklungspsychologischer, kulturanthropologischer sowie soziokultureller und literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur der Frage nach der Bedeutung des Vaters für die Identitätsentwicklung der Nachfolgegeneration(en) nachgegangen. Das wissenschaftliche Ziel ist, den in der Vaterliteratur dargestellten Verlauf der Vaterbeziehung der Generationen des 20. Jahrhunderts aufzuzeigen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede von Familienzusammenhalten zu vergleichen. Ist der Vater als patriarchisches Familienoberhaupt und Erziehungsorgan obsolet geworden, wie Alexander Mitscherlich in seiner im Jahre 1963 erschienenen Publikation ?Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft? formuliert? Haben Medien und westlicher Kapitalismus den Vater als Lehrer und Vorbild abgelöst? Dagegen sprechen die Intention und der Beweggrund des Schreibens der Söhne und Töchter als Ausdruck einer Auseinandersetzung und Aufarbeitung mit den Vätern, von denen viele im Zweiten Weltkrieg gefallen sind oder zumindest bleibend verstört den Söhnen und Töchtern unzugänglich blieben. In den behandelten, zu unterschiedlichen Zeiten erschienenen Romanen zeigt sich der Vater für eine Herausbildung einer stabilen Identität seitens der Söhne als essentiell ? vice versa. Denn auch die ?neuen Väter?, die aufgrund sich verändernder Geschlechterrollen, Emanzipation oder Väterkarenz mit eigenen Identitätskonflikten zu kämpfen haben, profitieren von der Auseinandersetzung mit ihren Kindern. Das zeigt, dass das Genre der Väterliteratur keine Randerscheinung in der Literaturgeschichtsschreibung, sondern eines der Hauptthemen in der Identitätsfindung der Gesellschaft des 20. und 21 Jahrhunderts ist und noch länger bleiben wird.

Abstract (English)

From the 70s of the 20th century up to today a numerous amount of books has been published, which describe the relationship between fathers and their sons ? the so-called ?Väterbücher? (father books).In this paper I will investigate the question of the father?s impact on the development of the identity of next generation(s) based on the analysis of socio- and developmental-psychological, cultural anthropological, as well as socio cultural secondary literature.The academic objective is to reveal the development of father-son relationships of generations of the 20th century, furthermore, to analyse common features as well as differences of family ties. Has the role of a father as the patriarchic head of the family and educator become obsolete, like Alexander Mitscherlich is stating in his publication from 1963 with the title ?Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft?? Have the media and western capitalism replaced the father as a teacher and role model?The intention and motive of the writing of descendants as their sign of dealing with the situations regarding their fathers, many of whom have died in World War II or have remained shell-shocked and unapproachable, disapprove of Mitscherlich?s theory. The novels discussed were published at different times and they all prove a certain need of the father to develop a stable identity in front of his sons ? and vice versa.Also the ?new fathers?, who had to fight an identity conflict due to an altering gender role, emancipation, and the male parental leave, are profiting from the involvement of their children. This shows that the genre of ?father literature? is not a side issue of literary history, but it is one of the main topics in the field of the search for identity of the society of the 20th and 21st centuries, and it will be much longer.