Titelaufnahme

Titel
"Derviš i smrt" : Übersetzungsanalyse der deutschen Ausgabe "Der Derwisch und der Tod" von Meša Selimović / vorgelegt von: Nenad Bosanac
Verfasser/ VerfasserinBosanac, Nenad
Begutachter / BegutachterinPrunc Erich
Erschienen2012
Umfang171 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Selimović, Meša <Derviš i smrt> / Übersetzung / Deutsch / Selimović, Meša <Derviš i smrt> / Übersetzung / Deutsch / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-42540 Persistent Identifier (URN)
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"Derviš i smrt" [0.88 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Roman ?Dervi? i smrt? zählt seit dessen Erscheinen 1966 zu den Klassikern der jugoslawischen Literatur und gilt als bedeutendstes Werk des Schriftstellers Me?a Selimovi?. Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der einzigen deutschen Fassung des Werkes, welche vom Übersetzer Werner Creutziger in der ehemaligen DDR übersetzt wurde. Insgesamt gibt es eine breite Palette von diskursiven Arbeiten, welche sich mit einzelnen Aspekten des Romans beschäftigen, keine davon kommt jedoch explizit auf den übersetzerischen Aspekt zu sprechen. Diese Arbeit betrachtet den Roman zunächst als Gesamtwerk, um dann seinen modernistischen Charakter offenzulegen, wobei literarische Elemente der Zeitenschichtung, des Einsatzes der erlebten Rede, der Innensicht und der verstärkten Subjektivität, sowie des in seiner Perspektive unzuverlässigen Erzählers, erörtert werden. Genau diese Elemente wurden u.a. von Autoren wie Faulkner, Joyce, Kafka, Camus etc. in der Literatur der Moderne verwendet. Da solche Literaturformen und auch deren o.g. Vertreter in der DDR-Literatur nicht geduldet wurden, da sie teils im krassen Gegensatz zur Ideologie des sozialistischen Realismus standen, stellt sich die Frage, wie die Herausgabe des Romans in der DDR zu begründen ist? Wie erklärt sich ein solches Paradoxon, dass ein moderner (in der DDR abwertend ?modernistischer?) Roman gerade in der letzten Bastion des sozialistischen Realismus des deutschsprachigen Raumes erscheinen konnte? Neben zahlreichen Epi- und Peritexten wie Rezensionen, Radiobeiträgen, Gutachten, sowieEinblicken in die Verlags- und Rezeptionsgeschichte soll auch die Analyse der Übersetzung darüber Aufschluss geben. Das Analysekorpus besteht aus einschlägigen Textpassagen in erlebter Rede, das geeignete Analyseinstrumentarium stellen (für die punktuelle Analyse) die Translationsstrategien nach Chesterman, sowie (für die Darstellung der Lösungen auf Gesamtebene) die Skopostypologie nach Prun? dar.

Zusammenfassung (Englisch)

The novel "Dervi? i smrt? is undoubtedly the most famous work of former Yugoslav author Me?a Selimovi? and was initially marked an instant classic when first published in 1966. Upon thorough research of existing publications on the topic in question, it appears that none seems to explicitly deal with the translatory aspect of it, thus legitimating the undertaking in this thesis. Examining at first the work as a whole for its ambivalent meaning, the focus then shifts towards the modernism aspect of the novel, which on the agenda of style and form represents the very marrow of the book itself. The thesis then proceeds to examine some key elements of modernism literature such as free indirect speech, non linear narrative, the rhetorical mode of introspection, mimesis, etc., which altogether mark the composition of ?Dervi? i smrt? and, have also been extensively utilized in the modern works of Faulkner, Joyce, Kafka and Camus, to name a few. Given the fact that the German edition was translated in the GDR, where the above authors were regarded as non fitting for the prevailing ideology of socialist realism, thus falling under censorship due to their style, it appears pertinent to look for reasons why a novel with a similar style could nevertheless pass the censorship mechanisms and become published. After a closer look into epi- and peritexts, book reviews, expert opinions on behalf of the censors, the publishers history, etc., it appears that the book has been deemed primarily a historical novel in the German speaking countries. This intriguing finding has lead to the idea that a good deal of the answer must lie in the translated text itself, which is exactly where the subject of translation analysis comes into play. The analysis focuses on 15 characteristic text passages containing free indirect speech, the analytical framework being provided by Chestermans translation strategies for punctual anomalies and Prun?s skopos typology for an overall re-evaluation.