Titelaufnahme

Titel
Tristans Tristan : intertextuelle Spuren des mittelalterlichen Tristan-Mythos in Raoul Schrotts Tristan da Cunha / vorgelegt von Edith Hermine Hochegger
Verfasser/ VerfasserinHochegger, Edith Hermine
Begutachter / BegutachterinSpreitzer Brigitte
Erschienen2012
UmfangIll. : 1 CD-ROM ; 112 Bl.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
Anmerkung
2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
SchlagwörterSchrott, Raoul <Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde> / Schrott, Raoul <Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-42478 Persistent Identifier (URN)
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Tristans Tristan [1.22 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Vor über 800 Jahren entstanden die ersten Verschriftlichungen des Tristan-Stoffes, der seither in vielen unterschiedlichen Rezeptionsdokumenten immer wieder aufs Neue erzählt wurde. 2003 erschien Raoul Schrotts Roman ?Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde?. In vier isolierten und doch miteinander verwobenen Erzählsträngen, die zeitlich zwischen dem 19. und dem beginnenden 21. Jahrhundert angesiedelt sind, wird die südatlantische Insel Tristan da Cunha mit dem Tristan-Mythos verknüpft. Raoul Schrott hat in diesem Roman ein intertextuelles Verweisnetz zu den ersten europäischen Versionen der Tristan-Dichtung geschaffen ? sein Bezug auf die Pléiade-Ausgabe ?Tristan et Yseut? (Verlag Galimard) hat für die vorliegende Arbeit eine Eingrenzung der Prätexte erforderlich gemacht: Anhand der frühesten deutschsprachigen Tristan-Texte von Eilhart von Oberg, Gottfried von Straßburg, Ulrich von Türheim sowie Heinrich von Freiberg wird in einem Theorieteil Schrotts intertextuelles Vorgehen beleuchtet. Ein praktischer Vergleich findet anhand des Figuren-Inventars, anhand des prototypischen Handlungsverlaufs, anhand von Themen und Motiven statt. Dabei zeigen sich Konvergenzen und Divergenzen: Einerseits werden Eigenheiten des Mythos hervorgehoben, andererseits sind einzelne Aspekte nicht mehr vorhanden. Raoul Schrott verfährt dabei nach dem Prinzip der Konstruktion: Die in den Prätexten angelegten Figuren, Handlungen, Themen und Motive werden variiert und auf unterschiedliche Weise durchgespielt. Dadurch entsteht keine Nacherzählung des Stoffes, sondern eine Aktualisierung des Tristan-Mythos.

Zusammenfassung (Englisch)

The first textualisations of the Tristan story appeared more tan 800 years ago, since then it has been retold in numerous variations. In 2003, Raoul Schrott?s novel ?Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde? was published. In four isolated but nevertheless interwoven story lines (which are settled in between the 19th and the beginning 21st century), the transatlantic island Tristan da Cunha is connected with the Tristan-myth. In his novel, Raoul Schrott creates an intertextual net of references to the early European versions of the Tristan story. His reference to the Pléiade edition ?Tristan et Yseut? (Galimard) required a limitation of the investigated pretexts. Therefore, the intertextual strategies of Raoul Schrott are shown on the basis of the earliest German Tristan versions, which were written by Gottfried von Straßburg, Eilhart von Oberg, Ulrich von Türheim and Heinrich von Freiberg. Furthermore, a practical comparison is presented on the basis of the characters, a prototypical proceeding, the topics as well as the motives. This shows inhomogeneous results: Some aspects of the Tristan-myth are emphasized, while others remain unmentioned. Schrott operates with the principle of construction: The characters, actions, topics and motives are varied in multiple ways. This does not result in a plain renarration, but an actualization of the Tristan-myth.