Titelaufnahme

Titel
Aspekte semiotischer Bildtheorien / vorgelegt von Julia Garstenauer
Verfasser/ VerfasserinGarstenauer, Julia
Begutachter / BegutachterinList Elisabeth
Erschienen2012
Umfang115 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Bildtheorie / Semiotik / Bildtheorie / Semiotik / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-42062 Persistent Identifier (URN)
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Aspekte semiotischer Bildtheorien [0.9 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit semiotischen Aspekten von Bildtheorien. Der Bildbegriff wird dabei auf die Wahrnehmungstheorie und die Kunst - in ihrer theoretischen sowie praktischen Ausprägung - eingeschränkt und in einem Wechselspiel zwischen beiden vor allem in seiner Historizität näher betrachtet. Dabei zeigt sich, dass der Bildbegriff von einem doppelten Seinsstatus geprägt ist: Das Bild kann zum einen als Bild von etwas und zum anderen selbst als gegenständlich Seiendes betrachtet werden. Beide Definitionen werden in ihren Grundstrukturen vorgestellt, wobei der Übergang im Zentrum steht. Die erste Möglichkeit der Bilddefinition erweist sich als klassische Definition des Bildes, wie sie von Platon in seiner Mimesis-Theorie eingeführt wird. Er bestimmt darin die (mathematische) Rationalität als Kriterium zwischen einem Eben- und einem Trugbild, wobei das Bild der Kunst als Trugbild gilt. In der Renaissance kommt es mit der geometrischen Konstruktion der Zentralperspektive zu einer Rationalisierung und damit zu einer Aufwertung des Bildes als Erkenntnisinstanz. Anhand dessen wird gezeigt, dass mit der Rationalisierung von Repräsentationsformen eine Inkompatibilität von Wahrnehmungs- und Darstellungsform einhergeht und es zu einem Übergang von einem Substanz- zu einem Funktionsbegriff kommt. Folglich kann eine semiotische Betrachtung von Wahrnehmungs- und Darstellungsform vorgeschlagen werden, welche auf dem Prinzip der Arbitrarität beruht. Daraus folgt eine Definition des Bildes ex negatione, die das Bild nicht mehr als Abbild von etwas bestimmt, sondern als gegenständlich Seiendes, das sich durch seine Differenz, seine Autoreferenzialität und seine poietische Kraft bestimmt, wie anhand der Theorien von Jacques Derrida, Jean- François Lyotard, Maurice Merleau-Ponty, Erwin Panofsky und Umberto Eco gezeigt wird.

Zusammenfassung (Englisch)

This paper addresses the issue of semiotic aspects in image theory. The concept of image thereby will be limited to perception theory and the arts and the interplay between their theoretical and practical forms will be more closely examined in their historical unfolding. In the process we may see that the concept of image is defined as having a dual state of being: on the one hand it can be seen as the image of something, on the other hand it can be seen as an objective being in its own right. Both definitions will be examined in their basic structure with a special focus on the transition between one and the other. The first possibility of defining an image is the classical definition introduced by Plato in his Mimesis theory. There he defines (mathematical) referentiality as the criterion to discriminate between image and illusion. Here the picture in the arts is seen as an illusion. During the Renaissance the geometrical construction of central perspective rationalized the picture and thus enhanced its importance as an epistemic authority. On this basis it can be seen that along with the rationalization of representation an incompatibility arises between the form of perception and the form of representation, which leads to a transition from the concept of substance to the concept of function. Finally a semiotic analysis of the forms of perception and the forms of representation will be presented which will be based on the principle of arbitrariness. This implies a definition of the image ex negatione in which the picture is no longer seen as an image representing something, but as an objective being in its own right which defines itself through its differentiality, its self-referentiality and its poietic power as it is shown by the theories of Jacques Derrida, Jean-François Lyotard, Maurice Merleau-Ponty, Erwin Panofsky as well as Umberto Eco.