Titelaufnahme

Titel
Versuch der Erzeugung einer linksseitigen neglect-ähnlichen Symptomatik bei gesunden Frauen unter Einsatz eines Nocebos
Weitere Titel
Attempt of the production of a neglect-like symptomatology in healthy women using nocebo
Verfasser/ VerfasserinReuß, Antonia Euphrosyne
Begutachter / BegutachterinSchienle, Anne
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-119611 Persistent Identifier (URN)
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Versuch der Erzeugung einer linksseitigen neglect-ähnlichen Symptomatik bei gesunden Frauen unter Einsatz eines Nocebos [1.1 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund - Ein Neglect ist eine Störung der Aufmerksamkeit, die häufig nach rechtshemisphärischen parieto-temporalen Schädigungen des Gehirns auftritt und sich in der verminderten Beachtung kontraläsional befindlicher Stimuli äußert. Mit der Intention, dieses neurologische Phänomen näher untersuchen zu können und die Entwicklung neuer Therapieansätze zu ermöglichen, konnten AutorInnen in vorherigen Studien bei gesunden Personen unter Einsatz von hypnotischer Suggestion bereits einen visuellen Neglect erzeugen. Die vorliegende Studie beschäftigte sich mit der Erzeugung einer linksseitigen neglect-ähnlichen Symptomatik unter Einsatz eines Nocebos.Methode - Die Stichprobe setzte sich aus 52 gesunden, rechtshändigen Frauen im Alter von 18 bis 32 Jahren zusammen. Die Probandinnen bearbeiteten sowohl unter Einsatz einer vorgetäuschten transkraniellen Magnetstimulation, bei der ihnen eine Hemmung der für die visuell-räumliche Aufmerksamkeit des linken Halbfeldes zuständigen Gehirnareale suggeriert wurde (Nocebo-Bedingung), als auch ohne Nocebo (Kontroll-Bedingung) eine adaptierte Computerversion des Ballontests, die drei verschiedene Schwierigkeitsbedingungen beinhaltete. Die Blickbewegungen der Probandinnen wurden dabei mit einem Eyetracker aufgenommen. Die Probandinnen wurden aufgeteilt in Personen, die auf das Nocebo ansprachen (Responder), und Personen, die nicht auf das Nocebo ansprachen (Non-Responder).Ergebnisse - Responder fixierten die linke Seite des Bildschirms bei der Bearbeitung des Ballontests unter Einsatz des Nocebos häufiger und insgesamt länger und identifizierten Targets auf der linken Seite des Bildschirms schneller als ohne das Nocebo. Diese Effekte zeigten sich nicht bei Non-Respondern.Schlussfolgerung - Der Einsatz eines Nocebos bei gesunden Frauen erzeugte unter der Voraussetzung der Ansprechbarkeit auf ein Nocebo einen paradoxen Nocebo-Effekt. Neben der Theorie der ironischen Prozesse kann psychologische Reaktanz oder eine Kompensation der Probandinnen als Erklärung für den Effekt herangezogen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Background - Neglect is a disorder of attention, which is frequently encoutered after right parieto-temporal brain lesions and manifests itself in a reduced observance of contralesional located stimuli. With intention to examine this neurological phenomenon more closely and to make the development of new therapeutic approaches possible, authors in prior studies were able to produce spatial neglect in healthy humans using hypnotic suggestion. The present study dealed with the production of a leftsided neglect-like symptomatology using nocebo.Method - The sample consisted of 52 healthy, dextral women at the age of 18 to 32. The participants processed an adapted computer version of the Balloons Test, which contained three degrees of difficulty, using sham transcranial magnet stimulation suggesting an inhibition of the brain areas responsible for spatial attention of the left hemifield (nocebo condition) as well as without nocebo (control condition). Meanwhile eye movements were recorded with an eye tracker. The participants were divided into individuals, who responded to nocebo (responders), and individuals, who did not respond to nocebo (non-responders).Results - Processing the Balloons Test using nocebo responders fixed the left side of screen more frequent and overall longer and identified targets of the left side of screen more quickly than without nocebo. These effects did not occure in non-responders. Conclusion - Using nocebo in healthy females produced a paradoxical nocebo effect on condition of the responsiveness to nocebo. In addition to the theory of ironic processes psychological reactance or a compensation by the participants can be consulted as an explanation for the effect.