Titelaufnahme

Titel
Entscheidungskriterien der Fortführung bzw. Schließung eines Unternehmens in der Insolvenz
Weitere Titel
Reasons for the decision of continuation respective closing down of a bankrupt company
Verfasser/ VerfasserinHalmer, Beate
Begutachter / BegutachterinNunner-Krautgasser, Bettina
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-119431 Persistent Identifier (URN)
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Entscheidungskriterien der Fortführung bzw. Schließung eines Unternehmens in der Insolvenz [0.84 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Durch das IRÄG 2010 wurde dem Sanierungs- und Fortführungsgedanken eines insolventen Unternehmens ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Im Falle einer Insolvenzeröffnung ist das betroffene Unternehmen grundsätzlich bis zur Berichtstagsatzung fortzuführen, es sei denn eine vorzeitige Schließung ist im gemeinsamen Interesse der Insolvenzgläubiger. Diese Prüfphase von der Eröffnung bis zur Berichtstagsatzung ist vom bestellten Insolvenzverwalter dahingehend zu nutzen, einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Schuldnerunternehmens zu gewinnen und etwaige Zukunftsszenarien zu entwickeln. Insbesondere muss gemäß § 114b (1) IO eine den Umständen des Einzelfalles angemessene Analyse der Markt-, Unternehmens- und Finanzsituation durchgeführt werden. Eine Untersuchung des relevanten Marktes und der eigenen Unternehmensposition darin kann mit Instrumenten der Marktforschung erfolgen. Bei der Unternehmenslage sind sowohl die Organisationsstruktur, als auch die innerbetrieblichen Prozesse hinsichtlich Effektivität und Verbesserungspotentialen zu analysieren. Die aktuelle finanzielle Lage und Liquidität sind mittels verschiedener Kennzahlen zu beurteilen, die zukünftige Lage ist mittels eines zumindest kurzfristigen Finanzplans zu bestimmen. Anhand der Prüfergebnisse kann die Insolvenzquote für die Insolvenzgläubiger bei Unternehmensfortführung ermittelt werden. Diese ist der Liquidationsquote im Falle der Unternehmensschließung und -verwertung gegenüberzustellen. Die Empfehlung des Insolvenzverwalters über das Unternehmensschicksal hat sich daran zu orientieren, welche Alternative für die Interessen der Insolvenzgläubiger am vorteilhaftesten ist. Der Insolvenzverwalter haftet für Schäden, die durch eine nachteilige Entscheidung über die Fortführung bzw Schließung des Unternehmens in Folge einer sorgfaltspflichtverletzenden Prüfung und Berichtserstellung entstanden sind.

Zusammenfassung (Englisch)

Due to the IRÄG 2010 the recapitalization and continuation of a bankrupt company has been put into the main focus of insolvency proceedings. In case of an insolvency proceeding the respective company shall in general be continued at least until the date of hearing after about three months, except it would be in the common interest of the insolvency creditors to close down the bankrupt company in an earlier stage of the proceeding. Withing this examination phase from starting an insolvency proceeding until the date of hearing, the insolvency administrator shall get an overview of the economic situation of the bankrupt company and develop alternative scenarios for its future. According to § 114b (1) of the Austrian Insolvency Statute an analysis of the market, the company and the financial situation depending on the individual case has to be done. The relevant market and the position of the bankrupt company can be determined with market research tools. The company itself can be analyzed by its structural organization and its internal processes due to efficiency and potential for improvements. The current financial position and liquidity can be analyzed with various key figures, the future situation shall be determined with a short-term financial plan. Due to the results of this analysis, an insolvency rate the insolvency creditors would receive in case of continuation of the company can be determined; it has to be compared with the liquidation rate in case of closing down the company. The insolvency administrator's recommendation concerning the future of the bankrupt company depends on the common interest of the insolvency creditors. The insolvency administrator is reliable for any damages arising out of a disadvantageous decision about continuation respective closing down the bankrupt company due to violation of his duties during the examination phase.