Titelaufnahme

Titel
"Liebes Bertchen!" Konrad Mautners Ansichtskarten an Berta Köberl vulgo Veitzwischen 1895 und 1919
Weitere Titel
“Dear Bertchen!” Konrad Mautners picture postcards to Bertha Köberl vulgo Veit between 1895 and 1919
Verfasser/ VerfasserinKunze, Eva
Begutachter / BegutachterinEberhart, Helmut
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-119372 Persistent Identifier (URN)
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"Liebes Bertchen!" Konrad Mautners Ansichtskarten an Berta Köberl vulgo Veitzwischen 1895 und 1919 [11.95 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Erfassung und Auswertung von fast 100 Ansichtskarten, die Mautner über 24 Jahre an eine junge Frau am Grundlsee schreibt.Zu Beginn wird die Lebenswelt der Familie geschildert: das Wien zwischen 1870 und 1930, die Sommerfrische insbesondere im Ausseerland und das familiäre Umfeld Konrad Mautners. Biographische Notizen zu seiner Person, der seiner Frau und seiner Kinder vervollständigen das Kapitel.Aus einer reichen jüdischen Familie stammend, die den zu ihrer Zeit größten Textilkonzern am europäischen Festland führt, lebt Konrad Mautner in Wien. Obwohl seine Mutter einen Salon führt, den viele berühmte Künstler besuchen, gehört seine Liebe von Kind an Gößl, einem kleinen Ort am Grundlsee, wo die Familie Mautner jedes Jahr auf Sommerfrische ist. Nur dort fühlt er sich wohl und zu Hause und verbringt auch als Erwachsener so viel Zeit wie möglich dort, bis er seinen Lebensmittelpunkt überhaupt an den Grundlsee verlagert. Die Tochter des dortigen Gasthofes Veit, um sieben Jahre jünger wie er, ist ihm Spielkameradin, Freundin, Vertraute und vielleicht Geliebte. Ihr schreibt er über Jahrzehnte.Das Hauptkapitel der Arbeit schildert die formalen Kriterien und inhaltlichen Beschreibungen der Quellen, wobei die Texte aller Ansichtskarten transkribiert und interpretiert werden. In erster Linie wenden sich die Inhalte an ein Mädchen, das Konrad Mautner gefällt und dem er sein Leben schildert. Die Karten erzählen aber auch von einem zutiefst zerrissenen Menschen. Konrad Mautner ist überzeugt, dass die Industriegesellschaft einen Irrweg darstellt und versucht die Traditionen von Gößl zu erhalten und zu dokumentieren. Sein Wunsch nach Echtheit und Ursprünglichkeit ist hier erfüllt, auch wenn er die retrospektive Idylle als Scheinexistenz und Suche des assimilierten Juden nach Heimat und Dazugehören erahnt.

Zusammenfassung (Englisch)

The present work a part requirement for a Masters Degree is an analysis of about 100 selected postcards written by Konrad Mautner, who wrote to a young woman at Grundlsee over a period of 24 years.To begin with, the focus is on the life and times of the Mautner family as well as on Vienna between 1870 and 1930, and the family`s summer holidays in Ausseerland. A few biographical notes about Mautner, his wife and children make up this chapter. Mautner lived in Vienna, he was born into a rich Jewish family who owned what was then Europe`s biggest textile company. His mother had a salon visited by many notable artists: however from an early age Konrad Mautner loved Gößl, a small village near Grundlsee, where the Mautner family passed their summer months each year. That is the only place where Mautner feels at ease and indeed at home, as an adult , too, and there he spends as much time as possible, until Gößl becomes the centre of his life. The local innkeeper`s daughter at “Gasthof Veit”, who is 7 years younger than he, was his playmate, girlfriend, confidante and perhaps his lover. He writes to her over many decades.The main chapter describes and analyses the source material following formal criteria. All texts are transcribed and interpreted. The texts are addressed to a young woman in the first place who Konrad Mautner likes; he describes his life to her.The postcard texts are those of a deeply torn person. Konrad Mautner is convinced that the industrial society leads nowhere; he tries to preserve and document Gößl`s traditions. That is where he sees his desire for authenticity and genuineness fulfilled although retrospectively one suspects that the idyll is a mirage inspired by an assimilated Jew`s longing for “Heimat” and a place to belong to.