Titelaufnahme

Titel
Die Privatunterbringung von Geflüchteten
Weitere Titel
The Private Accomodation of Refugees
Verfasser/ VerfasserinZenkl, Thomas
Begutachter / BegutachterinHöllinger, Franz
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-119360 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Die Privatunterbringung von Geflüchteten [1.03 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Der „Sommer der Migration“, welcher 2015 einen bislang unbekannten Anstieg von Menschen, die durch Krieg und Verfolgung ihre Herkunftsländer in Richtung Europa verließen bezeichnete, stellte auch das österreichische Versorgungssystem vor neue Herausforderungen, welches sich in prekären Unterbringungssituationen in überfüllten Wohnheimen bis hin zur Obdachlosigkeit von Geflüchteten manifestierten. Als Reaktion auf diesen Umstand formierten sich zivilgesellschaftliche Initiativen wie „Flüchtlinge Willkommen“, die dazu aufforderten, Geflüchteten Wohnraum zur Verfügung zu stellen bzw. an diese zu vermieten. Die daraus entstandenen Wohngemeinschaften führten zu Konstellationen, in denen Österreicher*innen und Geflüchtete durch enges Zusammenleben einen gemeinsamen Alltag konstituierten, bei dem kulturelle Andersartigkeiten, sowie die daraus resultierenden Konflikte, ebenso Bedeutung erfahren wie zahlreiche Verbesserungen gegenüber dem System der organisierten Massenunterkünfte, wie etwa auf den Gebieten der persönlichen Autonomie und der Integrationschancen. Im Spannungsfeld zwischen den rechtlichen Rahmenbedingungen des Asylwesens, den individuellen Bedürfnissen aller Beteiligten und dem durch das Zusammenleben von Menschen inhärente Konfliktpotential wird durch eine empirische Analyse gezeigt, wie die Privatunterbringung von Geflüchteten zwar keine tiefgreifende strukturelle Alternative zum bestehenden Versorgungssystem darstellt, ihre Bedeutung für die wenigen, die Zugang zu einer solchen Unterbringungsform haben, besonders unter der Berücksichtigung der Perspektive auf einen längerfristigen Aufenthalt und der Gründung einer Existenz jedoch nicht zu vernachlässigen ist und somit nachhaltige subjektive Verbesserungen mit sich bringt. Dennoch vermag es auch eine Privatunterbringung nicht, die „Fremdheit“ der neuen Mitbewohner*innen und damit die Trennung in „Wir“ und die „Anderen“ vollständig aufzuheben bzw. die rechtlichen Parameter des oft restriktiven Asylwesens umfassend zu überwinden.

Zusammenfassung (Englisch)

The so-called „Summer of Migration“, named after an yet unmeasured rise in the number of people that fled from their homelands towards Europe in order to escape war and persecution in 2015, also challenged the Austrian infrastructure of refugee support. The result were precarious housing situations in overcrowded asylum centres and up until the point where people had to sleep in tents or on the streets. As a reaction to these living conditions, civil initiatives such as “Flüchtlinge Willkommen” formed and called out for people to offer or rent out housing space within their flats and houses to refugees. The communities that resulted from this practice constituted a common daily life of Austrians and refugees from all over the world. In these constellations, cultural differences and hence conflicts gained significance for both sides as well as multiple improvements in the refugees subjective living situation, compared to the standards of organized accommodation, especially in the realms of their personal autonomy and the possibilities of integration. The empirical analysis therefore shows, how in between the framing conditions of a restrictive juridical asylum system, the individual needs and requirements of all parties involved and the potential of conflict inherent to every human cohabitation, the institution of a private accommodation of refugees indeed fails to offer a profound structural alternative to the existing system of organized housing. Nevertheless, it offers an extensive perspective to the few refugees that are able to make demands of it, particularly if the ambition of a long-term residency in Austria, and therefore no expectation of a return to their homelands is taken into account.