Titelaufnahme

Titel
Extraterritoriale Anwendung der EMRK im bewaffneten Konflikt: Der Fall Jaloud gg. Niederlande
Weitere Titel
Extraterritorial application of the ECHR in armed conflict: The Case of Jaloud v. Netherlands
Verfasser/ VerfasserinKerner, Philipp Stefan
Begutachter / BegutachterinFolz, Hans-Peter
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-119282 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Extraterritoriale Anwendung der EMRK im bewaffneten Konflikt: Der Fall Jaloud gg. Niederlande [0.95 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In seiner Entscheidung zu der Rechtssache Jaloud gg. Niederlande verfasste der EGMR bedeutsame Richtungsvorgaben in Hinblick auf die extraterritoriale Anwendung der EMRK im bewaffneten Konflikt. Diese Arbeit extrahiert unter Abgleich mit der bisherigen Rechtsprechung sowie Miteinbezug einschlägiger Fachliteratur anhand einer genauen Analyse, inwieweit diese Rechtsprechung zur Entwicklung der Rechtsprechungstradition auf dem Gebiet der extraterritorialen Anwendung der EMRK beiträgt. So zeigt sie unter anderem die deutlichen Parallelen zu der Rechtsprechung in Al-Skeini bezüglich der Begründung von jurisdiction im Sinne des Art. 1 EMRK auf und argumentiert, dass diese Parallelen als Bestätigung der Etablierung eines neuen Begründungsmodells anzusehen sind. Weiters legt diese Arbeit dar, dass sich der Gerichtshof in Bezug auf die Behandlung von Zurechnungsfragen deutlich den Bestimmungen des allgemeinen Völkerrechts annähert und damit den in der Rechtssache Al-Jeddaa eingeschlagenen Kurs beibehält. Zuletzt wird aufgezeigt, dass die in Al-Skeini implizierten Grundsätze für die Beachtung der widrigen Umstände im Rahmen eines bewaffneten Konflikts bei der Bemessung des Standards der Erfüllung von Ermittlungspflichten nach Art. 2 EMRK keine praktische Relevanz aufweisen. Dabei legt der Autor keinen Schwerpunkt auf eine umfangreiche Kritik der Entscheidungsfindung des Gerichtshofes, sondern konzentriert sich auf die Darstellung von Schlussfolgerungen, die anhand der Rechtsprechung zu Jaloud gezogen werden können.

Zusammenfassung (Englisch)

In its judgement Jaloud v. Netherlands the ECtHR established important guidelines concerning the extraterritorial application of the ECHR in armed conflict. By providing an accurate analysis of the wording of the judgement - under consideration of previous jurisdiction as well as relevant literature - this thesis clarifies the extent to which the judgement contributes to the development of current case law regulating extraterritorial application of the ECHR. It demonstrates inter alia the significant similarities to the courts judgement in Al-Skeini in terms of constituting jurisdiction, and argues that these similarities are to be interpreted as establishing a new model to constitute jurisdiction. This thesis further demonstrates that the ECtHR clearly approaches the regulations of general international law concerning the attribution of conduct, and therefore continues to follow the course set in the judgement of Al-Jedda. Lastly it determines the lack of practical relevance of the principles implied in Al-Skeini relating to a proper consideration of the adverse circumstances resulting from armed conflict when determining the required standards to fulfil the duty to investigate under Art. 2 ECHR. In doing so it is not the main intention of the author to evaluate the decision making of the Court but to display the conclusions to be drawn from Jaloud.