Titelaufnahme

Titel
"Zu Tode gepflegt" : eine organisations- und emotionssoziologische Perspektive auf die NS-Euthanasieverbrechen am Gaukrankenhaus Klagenfurt : 1939 - 1945 / Martina Lang, MA
Weitere Titel
"Nursed to death" : a study on NS-Euthanasia crimes at the Gaukrankenhaus Klagenfurt applying concepts of sociology of organizations and emotions : 1939 - 1945
Verfasser/ VerfasserinLang, Martina
Begutachter / BegutachterinScherke, Katharina ; Fleck, Christian
ErschienenGraz, September 2017
Umfang249 Blätter : Zusammenfassungen ( 2 Blätter) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Dissertation, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-119149 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
"Zu Tode gepflegt" [1.61 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit befasst sich aus organisations- und emotionssoziologischer Perspektive mit den NS-Euthanasieverbrechen am Gaukrankenhaus Klagenfurt im Zeitraum 1939 bis 1945 und knüpft an die Forschungen zur regionalgeschichtlichen und deutschsprachigen NS-Euthanasieforschung an. Die NS-Euthanasie wird im Kontext der historischen Vorläufer der Eugenik und Rassenhygiene besprochen, die angestoßen durch die gesellschaftlichen Transformationsprozesse und einschneidenden Umwälzungen des Gesundheitssystems im Nationalsozialismus zur Vernichtung hundertausendender Menschen an deutschen und österreichischen Krankenanstalten führte. Beleuchtet wird ebenso die Gutachtertätigkeit der Kärntner Amtsärzte, die als Instrument der Negativauslese den Weg in die NS-Euthanasieverbrechen mit zu verantworten hatte. Die dezentrale NS-Euthanasie an der Klagenfurter Anstalt wird im Anschluss an die These der „ganz normalen Organisationen“ mit Blick auf die TäterInnen analysiert. In den Fokus rücken organisationale Faktoren, die das Morden in einem Klima der Duldung, des Wegesehens und des Verschweigens aufrechterhalten haben. Aus emotionssoziologischer Perspektive werden Aspekte vorgestellt, die das Überschreiten der Grenze vom pflegerischen Helfen hin zum tödlichen Handeln nachzeichnen. Aufgezeigt wird, wie sich Tötungshandlungen in „ganz normalen Organisationen“ beschleunigen und verfestigen können, wenn wie im NS-Regime Kontrollmechanismen, die das Konzept der Gefühlsregeln (feeling rules) voraussetzen, ausgehebelt werden

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis examines the “euthanasia” crimes committed at the Gaukrankenhaus Klagenfurt between 1939 and 1945, using theoretical concepts of the sociology of organizations and the sociology of emotions. The ‘Euthanasia programme of the Nazi era is discussed in its historical background and social setting. The focus lies on social transformation processes and the establishment of racial hygiene which permeated society and health institutions and led to the annihilation of hundreds of thousand people in German and Austrian hospitals. The thesis shows how public health officers at that time contributed to the euthanasia crimes by editing medical reports which were used for the selection of victims. Furthermore, the decentralized killings at the Gaukrankenhaus Klagenfurt are analyzed using concepts of the theory of “ordinary organisations”. The results demonstrate that manifold organizational factors, e.g. the silence of the care-givers about the crimes, their acquiescence and their obedience to orders, influenced and maintained the “euthanasia” crimes. Including concepts of emotional management, the research work sheds light on the question of how ordinary women and men who worked as nurses and care-givers crossed the line from caring to killing.