Titelaufnahme

Titel
Die Herausforderungen an das europäische Zivilverfahrensrecht durch das Internet
Weitere Titel
Challenges to European civil procedure law in terms of the Internet
Verfasser/ VerfasserinStelzl, Corinna
Begutachter / BegutachterinGarber, Thomas
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-119122 Persistent Identifier (URN)
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Die Herausforderungen an das europäische Zivilverfahrensrecht durch das Internet [1.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Verbreitung des Internets wurde der EuGH in den vergangenen Jahren vielfach mit internetbezogenen Sachverhalten konfrontiert. Im Rahmen dieser Arbeit werden Fragestellungen und Herausforderungen an das europäische Zivilverfahrensrecht aufgezeigt und ausgewählte Entscheidungen des EuGH sowie Lösungskonzepte in der Literatur mit Bezug auf verfahrensrechtliche Fragen zum Internet besprochen. Zunächst wird die Bestimmung der internationalen Zuständigkeit bei Vertragsverhältnissen im Internet dargestellt. Dabei werden sowohl der allgemeine Gerichtsstand nach Art 4 EuGVVO nF als auch der besondere Gerichtsstand des Erfüllungsortes nach Art 7 EuGVVO nF bei Online-Verträgen eingehend erörtert. Des Weiteren werden die Besonderheiten bei Verbraucherverträgen über das Internet untersucht. Unter den situativen Anwendungsvoraussetzungen des Art 17 bis 19 EuGVVO nF wird dem typischerweise wirtschaftlich schwächeren Vertragspartner die Möglichkeit von Wahlgerichtsständen eingeräumt. In diesem Zusammenhang werden vier wesentliche Anwendungsvoraussetzungen für die Verbraucherschutzbestimmungen behandelt: Die Kriterien an den Internetauftritt des Unternehmers, um ein „Ausrichten“ auf den Mitgliedstaat, in dem der Verbraucher seinen Wohnsitz hat, zu begründen; die Zurechnung von Aktivitäten Dritter; die Notwendigkeit des Geschäftsabschlusses im Fernabsatz sowie die Notwendigkeit der Kausalität zwischen dem Vertragsabschluss und dem Internetauftritt. Im nächsten Kapitel wird auf die Möglichkeit von Gerichtsstandsvereinbarungen im Internet mit besonderer Bezugnahme auf sogenannte click-wrapping-agreements unter dem Aspekt des Schriftlichkeitserfordernisses eingegangen. Anschließend wird die Zuständigkeitsbestimmung bei bestimmten unerlaubten Handlungen im Internet anhand von ausgewählten Entscheidungen des EuGH zu Persönlichkeits- und Immaterialgüterrechtsverletzungen behandelt, bevor abschließend ein Resümee gezogen wird.

Zusammenfassung (Englisch)

Against the backdrop of the progressive use of the Internet, the ECJ has repeatedly been confronted with internet-related issues in recent years. Within this diploma thesis, questions and challenges to European civil procedure law are presented and selected decisions of the ECJ as well as solutions concepts in the literature with regard to procedural questions on the internet are discussed. Firstly, the determination of international jurisdiction in contractual relations on the Internet is described. Both the general place of jurisdiction according to Art 4 Regulation (EU) No 1215/2012 and the special jurisdiction of the place of performance according to Art 7 Regulation (EU) No 1215/2012 for online contracts are explained in detail. In addition, the specific characteristics of consumer contracts via the Internet are examined. Under the conditions of Art 17 to 19 Regulation (EU) No 1215/2012, the possibility of an alternative forum is granted to the typically economically weaker party. In this context, four essential requirements for the jurisdiction over consumer contracts are dealt with: the criteria applied to the entrepreneur's online presence in order to „direct“ his activity to the member state of the consumers domicile; the attribution of activities of third parties; the need for the contract to be concluded at a distance and the necessity of a causal link between the activity directed to the member state of the consumers domicile via an internet site and the conclusion of the contract. The next chapter analyses the possibility of an agreement conferring jurisdiction via internet, with particular reference to so-called click-wrapping agreements considering formal requirements. Subsequently, the jurisdiction for certain torts on the Internet is evaluated by means of selected decisions of the ECJ on infringements of personality rights as well as trade marks by means of content placed online on an internet website before a final conclusion is drawn.