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Title
Flucht und Evakuierung der oststeirischen Zivilbevölkerung im Frühjahr 1945 in die Obersteiermark unter Einbeziehung des Schlosses Gstatt als repräsentatives Beispiel / vorgelegt von Mirjam Turza
Additional Titles
Escape and evacuation of the Eastern Styrian civilian population in spring 1945 to Upper Styria, including the Castle of Gstatt as a representative example
AuthorTurza, Mirjam
CensorLamprecht, Gerald
PublishedGraz, 2017
Description138 Seiten : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen, Karten
Institutional NoteKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Annotation
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
LanguageGerman
Bibl. Reference(ALMA)990136701700203331
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Obersteiermark / Kriegsende / Evakuierung / Geschichte 1945
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-119037 Persistent Identifier (URN)
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Flucht und Evakuierung der oststeirischen Zivilbevölkerung im Frühjahr 1945 in die Obersteiermark unter Einbeziehung des Schlosses Gstatt als repräsentatives Beispiel [3.52 mb]
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Abstract (German)

Aufgrund des raschen Vordringens der sowjetischen Truppen und der Intensivierung der Luftangriffe der Alliierten wurden Frauen und Kinder in Graz am 30. März 1945 evakuiert. Auch in anderen oststeirischen Orten und Städten gab es von 28. März bis 1. April 1945 Eva-kuierungsanordnungen, jedoch erreichten diese in vielen Fällen die Bevölkerung nicht. Fluchtbewegungen in Richtung Obersteiermark gab es noch bis zur Kapitulation des „Dritten Reiches“. Die Reichsstelle für Raumordnung erstellte Pläne für den Ablauf der Evakuierungen, die im Anschluss von den jeweiligen Reichsverteidigungskommissaren genehmigt werden muss-ten. Für den Transport waren die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) und (in Graz) das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) zuständig, wobei sich die NSV zusätzlich noch um Betreuung, Verpflegung und Übergangsunterkünfte kümmern sollte. Die jeweiligen Gemeindeverwaltungen teilten längerfristige Herbergen zu. Zusätzlich gab es die ,Verwandtenhilfe‘, die eine Unterbringung bei Verwandten und Bekannten erlaubte. Die An-zahl der vom Plan abweichenden Evakuierungen nahm in den letzten Kriegsmonaten drastisch zu, sodass sich die meisten Zivilpersonen die Flucht selbst organisierten.Zu den Beweggründen, die Flucht zu ergreifen zählten die Furcht vor den Kriegshand-lungen an sich, vor möglichen Repressalien wie Gewalttaten, Vergewaltigungen und Plünde-rungen durch die Soldaten der Roten Armee sowie die Befürchtungen der NSDAP-Mitglieder und anderer Nationalsozialist/innen eines unbarmherzigeren Strafvollzugs als bei britischen oder amerikanischen Besatzern. In der Obersteiermark befanden sich am Ende des Zweiten Weltkrieges über 100.000 Flüchtlinge, etwa 40 davon wurden im Ennstaler Schloss Gstatt untergebracht. Der Großteil der Geflüchteten kehrte entweder kurz nach dem 9. Mai, als die Kriegshandlungen vorbei waren oder nach dem Abzug der sowjetischen Besatzer am 24. Juli 1945 in die Heimatorte zurück.

Abstract (English)

Due to the rapid approach of the Soviet troops and the intensification of the air raids of the Allies, women and children were evacuated in Graz on 30 March 1945. Additionally there were evacuation orders in other Eastern Styrian towns and cities from March 28 to April 1, 1945, but in many cases, these did not reach all people. Escape movements towards Upper Styria continued to exist until the surrender of the "Third Reich".The Reichsstelle für Raumordnung came up with plans for the evacuation executions, which had to be approved by the respective Reich Defense Commissioners. The Nationalsozi-alistische Volkswohlfahrt (NSV) and (in Graz) the Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) were responsible for the transport, the NSV also had to take care of the people, food and short-term quarters. Particular municipalities provided long-term accommodation. In ad-dition, there was the ‘Verwandtenhilfe, which allowed being accommodated by relatives and acquaintances. Gaupropagandaämter were responsible for an orderly evacuation and compli-ance with the requirements. The number of evacuations deviating from the plan increased drastically in the last months of the war, so that most of the civilians organized their escapes by themselves.Among the motives to flee were the fear of the war itself, possible reprisals such as vio-lent acts, rape and plunder by the soldiers of the Red Army, as well as the fear of the NSDAP-members and other national socialists of a more ruthless execution than expected by British or American occupiers. At the end of the Second World War there were more than 100,000 refugees in Upper Styria, about 40 of them were accommodated in the Castle Gstatt in the Enns-valley. The ma-jority of the fugitives returned either shortly after May 9, when the war was over, or after the withdrawal of the Soviet occupation on July 24, 1945.

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