Titelaufnahme

Titel
Witnesses to Balkan Killing Fields: Identity, Trauma, and Remembrance in Anglophone Testimonies of Bosnian Americans
Weitere Titel
Witnesses to Balkan Killing Fields: Identity, Trauma, and Remembrance in Anglophone Testimonies of Bosnian Americans
Verfasser/ VerfasserinKromjak, Laura
Begutachter / BegutachterinMaierhofer, Roberta ; Löschnigg, Martin
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Dissertation, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-118948 Persistent Identifier (URN)
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Witnesses to Balkan Killing Fields: Identity, Trauma, and Remembrance in Anglophone Testimonies of Bosnian Americans [3.96 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In unserer so genannten „era of the witness“ (Wieviorka 2002) und „the age of testimony“ (Felman und Laub 1992) wurde eine moralische Sensibilität auf die Opfer des Völkermordes gerichtet. Das Erleben und Bezeugen sind die primären Quellen empirischen und erkenntnistheoretischen Wissens geworden, die subversiven Ausdrucksweisen, in denen Überlebende Identitäten neu formulieren können, indem sie neue Themenpositionen ins Leben rufen. Für viele bosnische Amerikaner war die Daseinsberechtigung des Zeugnisses jene, sowohl einen neuen Weg des Erfahrens zu finden, indem man das (Un)vermögen mitteilte, das Trauma abzubilden, als auch eine moralischen Verpflichtung, der Tatsache, der Erfahrung und dem Akt des Beiwohnens des eigenen und anderen Schmerzes Sinn zu geben. Mein Ziel war es aufzuzeigen, dass die Art und Weise des Bezeugens nur kontrapunktuell wieder erforscht werden kann. Einerseits nehmen Identität und Erinnerung ihren Ursprung in den Konzepten von Kontinuität und Veränderung, sprich wie das Trauma definiert und neu in das eigene Leben integriert werden kann, und zwar vor, während und nach dem traumatischen Ereignis. Andererseits sind die bosnischen Persönlichkeiten flexibel und verändern sich als Reaktion auf ihre gegenwärtigen und vergangenen Erfahrungen, sie bleiben anpassungsfähig in Bezug zu ihren Erwartungen an die Zukunft. Das Erkennungsmerkmal der bosnischen Amerikaner ist gekennzeichnet durch ein zweigleisiges Konzept aus dem Schlagen von Wurzeln und dem Eröffnen neuer Wege. Bosnier in der Diaspora bauen ihre Identität neu auf, um die Balance zu finden zwischen ihren Ursprüngen und ihrem Streben nach einer Zukunft. Sie teilen gemeinsame und auch gegensätzliche Themen in Bezug auf Identitätsentwicklung, einhergehend mit weiteren Aspekten, wie ihren Reaktionen auf Traumata und die Art und Weise, wie ihre persönliche Erfahrung sich auswirkt auf und beeinflusst wird durch kollektive Erzählungen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde die Substanz dessen, was bosnisch-amerikanische kulturelle Identitäten und kollektive Erinnerungen ausmacht, herausgefordert durch die Einsicht, dass der diasporische Raum nicht als kulturelle Tabula Rasa gesehen werden kann. Das bedeutet, dass dieser diasporische Raum keine fixe und statische Essenz hat, sondern sich definiert und ausdrückt innerhalb eines unfertigen Prozesses, sich anpassend und sich verändernd in jedem neuen Kontext.

Zusammenfassung (Englisch)

In our so-called “era of the witness” (Wieviorka 2002) and “the age of testimony” (Felman and Laub 1992), a moral sensibility has been directed towards victims of genocide. Witnessing and testifying have become the primary sources of empirical and epistemological knowledge, the subversive idioms in which survivors can reformulate identities by bringing new subject positions into being. For many Bosnian Americans, the raison détre of testimony has been to identify a new modality of witnessing by disclosing the (in)ability to represent trauma, with the moral obligation to render meaningful the fact, the experience, and the act of witnessing the pain of oneself and others. I aimed to expose that these new modalities of witnessing can only be explored contrapuntally. On the one hand, identity and memory constitutions take their starting points the concepts of continuity and change, that is, how trauma can redefine and be integrated into ones life before, during, and after the event of trauma. On the other hand, Bosnian identities are fluid and change in reaction to their present and past experiences, remaining reactive to future expectations. Bosnian Americans identification can be characterized by a dual framework of rooting and routing. Bosnians in diaspora reconstruct identities in order to balance between their origins and their orientations. They share common and divergent themes in terms of identity development, along with the added components of individual responses to trauma and the way in which individual experience impacts and is impacted by collective narratives of trauma. Over the past two decades, the inventory of what constitutes Bosnian American cultural identities and collective memories have been challenged by realizing that diasporic spaces cannot be seen as cultural tabula rasa. A diasporic space is not a fixed and static essence but, rather, a positing enunciated within a representational work in progress, adopting and changing new contexts.