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Title
Wenn Kunst im Rahmen bleibt... Die österreichischen Bilderrahmen des 19. Jahrhunderts / vorgelegt von Valerie Tschida
AuthorTschida, Valerie
CensorStadlober Margit
Published2012
Description148 Bl. : 2 Zsfassungen ; Ill.
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Annotation
Zsfassung in dt. u. engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Österreich / Bilderrahmen / Kunst / Geschichte 1800-1900 / Österreich / Bilderrahmen / Kunst / Geschichte 1800-1900 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-41836 Persistent Identifier (URN)
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Wenn Kunst im Rahmen bleibt... Die österreichischen Bilderrahmen des 19. Jahrhunderts [11.85 mb]
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Abstract (German)

Kein anderes Zeitalter ist von derart großem technischen Fortschritt und industriellem Aufschwung geprägt, wie das 19. Jahrhundert.Erstmals in der Kunstgeschichte passierte es, dass Stile sich nicht gegenseitig ablösen, sondern parallel zu einander, einander beeinflussend und zeitgleich existieren. Die Aufgabe der Chronologie bringt eine Vermischung der Stile mit sich. Die Josephinischen Plattenrahmen existierten paralell zu den Rahmen des Empires und des Biedermeiers. Die österreichischen Rahmen ab etwa 1830 erfuhren bereits teilweise Neuerungen im Herstellungsverfahren. Gedrückte Ornamente in Vergoldermasse lösten die kostspielige und aufwendige Schnitzerei ab. Diese Technik wurde in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zum Standard. Sie erlaubte es einerseits erschwingliche Rahmen für die breite Masse herzustellen, zog aber andererseits Kritik wegen Vernachlässigung der Qualität auf sich.Die Industrialisierung entfachte die Freude am Experimentieren, sei es mit neuen Materialien oder Stilelementen, die im Eklektizismus phantasievolle Komposit-Rahmen entstehen ließen. Neben diesen, von Zeitgenossen stark kritisierten, stilpluralistischen Rahmen wurden im Historismus auch exakte Kopien von Rahmen fast aller vergangenen Epochen angefertigt. Besonders beliebt waren in Österreich die Rahmen des Barock nach niederländischen, italienischen oder französischen Vorbildern. Die Impressionisten waren die ersten, die sogar historische Goldrahmen mit weißer Farbe übermalten oder sie im, vorherrschenden Farbton des Gemäldes, fassten. Diese Entwicklung, kombiniert mit den geometrisierenden Einflüssen des Jugendstils, ließ am Ende des Jahrhunderts den schlichten, farbig gefassten Leistenrahmen entstehen. Bilderrahmen nahmen in der Kunstgeschichte eine Art ?Grauzone? ein, die lange Zeit keine Beachtung fand. Besonders die österreichischen Rahmen finden auch heute in der Literatur kaum Anerkennung - Deshalb gilt es diese aufzuarbeiten!

Abstract (English)

No other era has been affected by technological advance and industrial upsurge as much as the 19th century.For the first time in the art of history it came to pass that art styles did not relieve each other but instead influenced and coexisted parallel to each other.The abandoning of this chronology led to a blending of different styles. The plate frames of the Josephinian era were used simultaneously with the Scotia frames of the empire and the Biedermeier frames. The Austrian frames from about 1830 onward already partially experienced innovations in the manufacturing process. Press formed ornaments in plaster replaced the costly and intricate carvings. This technique became standard in the second half of the century which allowed for the manufacturing of affordable frames for the mass-market on the one hand, but drew criticism due to neglect of quality on the other hand.The industrialization kindled the pleasure of experimenting, be it with new materials or style elements, which led to the creation of fanciful mongrel frames during the Eclecticism period. Alongside these style-pluralistic frames, criticized by many coevals, exact copies of frames of all epochs, revival pattern frames, were manufactured during the period of historism. In Austria frames from the Baroque style period designed after the Dutch, Italian or French patterns were especially popular.The impressionists were the first to paint afresh even historic gold plated frames in white or the predominant tone of the painting. This development combined with the geometric influences of the art nouveau, paved the way for the plain colored flat frame.Within the history of art, picture frames remained in a sort of grey zone, hardly attracting any interest for quite a long period of time. Even today, especially the Austrian picture frames, do not gain the recognition they deserve in specialist literature illustrating the need for rehabilitation.