Titelaufnahme

Titel
Der Redner als Figur - Zur literarischen Konzeption der Controversiae des älteren Seneca
Weitere Titel
The orator as a fictional character on the literary composition of the controversiae of Seneca the Elder
Verfasser/ VerfasserinFriedrich, Enno Alexander
Begutachter / BegutachterinGärtner, Ursula
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-118267 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Der Redner als Figur - Zur literarischen Konzeption der Controversiae des älteren Seneca [1.53 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die controversiae des älteren Seneca sind nicht, wie bisher zumeist behauptet, nur eine wichtige Quelle für die Erforschung der Römischen Deklamation, sondern auch an sich ein literarischer Text. Die langen Abschnitte einzelner Zitate tragen zur künstlerischen Einheit des Werkes bei, wenn man sie in Hinblick auf die Persönlichkeitsmerkmale der einzelnen Redner betrachtet. Die Eindrücke, die von den Zitaten der Redner ausgehen, passen auffällig gut mit den anekdotischen Informationen zusammen, die Seneca an verschiedenen Stellen im Werk gibt. Der Text als Ganzes scheint so angelegt zu sein, dass er den Rezipienten ständig dazu anleitet, die Redner, deren Zitate er liest, als gleichbleibende Figuren wiederzuerkennen. Einige Redner sind so angelegt, dass sie besonders unterhaltsam erscheinen: Moschus kann seine gefeilte Sprache wiederholt nicht mit passendem Sinn füllen und Triarius benutzt sehr oft missglückte Trikola und trägt einen sprechenden Namen. Die Forschungsarbeit enthält eine Analyse der Redner Volcacius Moschus, Triarius, Ovidius Naso, Votienus Montanus, der Redner in contr. 1, 1, der literarischen Konzeption von contr. 1, 1, von contr. 1, pr und von contr. 10.Die Analyse der Redner als Figuren führt zu einer Neubestimmung des ganzen Textes. Die folgenden Merkmale literarischer Konzeption konnten festgestellt werden: Die Anordnung der verschiedenen Zitate funktioniert als eine inhaltliche Struktur. Contr. 1, pr erscheint auf den zweiten Blick als versteckte Anleitung für die ganzen controversiae. Contr. 10 steht am Ende der Sammlung mit einem Appell an die Rezipienten, sich von gefährlicher Politik fernzuhalten. Seneca selbst scheint aktiv bemüht zu sein, in seinem Text ein sympathisches Bild seiner selbst zu erzeugen.

Zusammenfassung (Englisch)

The controversiae of Seneca the Elder are not only a vital source for the study of Roman declamation, as which they are most commonly treated, but also a literary text in their own right. The long passages of single quotes contribute to the overall image of a literary piece of art when they are read with a focus on the personality traits of the different orators quoted. The impressions that the orators make via their quotes coincide remarkably well with the anecdotal information about the orators given by Seneca throughout his text. The text as a whole appears to be thus styled in such a way as to lead its recipients to the experience of continuous recognition of stable characters as they get to know the orators quotes. Some of the orators appear to be styled as particularly entertaining characters like Moschus, who cannot fill his rhetorically fine speech with proper sense, or Triarius, who uses failed tricola a lot of the time and whose name is an aptronym.The research paper contains an analysis of the orators Volcacius Moschus, Triarius, Ovidius Naso, Votienus Montanus, the orators in contr. 1, 1, the literary composition of contr. 1, 1, of contr. 1, pr and of contr. 10.The analysis of the orators as fictional characters leads to a re-evaluation of the text as a whole. The following traits of literary composition have been found: The arrangement of the different quotes follows a discursive pattern. Contr. 1, pr, on a second look, appears to be a hidden manual for the whole controversiae. Contr. 10 finishes the collection with an appeal to the recipient to stay away from dangerous politics. Seneca himself seems to be actively constructing a sympathetic persona for himself through his text.