Titelaufnahme

Titel
Geburtenkontrolle aus eugenischer Perspektive in Österreich vor 1938 / vorgelegt von Katharina Dick
Verfasser/ VerfasserinDick, Katharina
Begutachter / BegutachterinSchmidlechner-Lienhart Karin Maria
Erschienen2012
Umfang94 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Geburtenregelung / Eugenik / Geschichte 1910-1938 / Österreich / Geburtenregelung / Eugenik / Geschichte 1910-1938 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-41434 Persistent Identifier (URN)
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Geburtenkontrolle aus eugenischer Perspektive in Österreich vor 1938 [4.52 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Eugenisches Gedankengut drang nicht erst durch den ?Anschluss? an das NS-Regime in den österreichischen Diskurs ein, sondern bereits Jahre zuvor. Dementsprechend setzt sich diese Diplomarbeit mit dem Thema der sich staatlich etablierenden Geburtenkontrolle in Österreich vor 1938 auseinander, unter dem besonderen Gesichtspunkt der Eugenik. Es wird der Frage nachgegangen, welche bevölkerungspolitischen Maßnahmen in der österreichischen Eugenik-Bewegung in Erwägung gezogen wurden, und welche Eingang in die generative Reproduktion fanden. WissenschaftlerInnen der Eugenik, verstanden als ?Wissenschaft des guten Erbma-terials?, waren besonders daran interessiert, auf die schleichende ?Degeneration? des ?Bevölkerungskörpers? einzugreifen. Spätestens ab dem Ersten Weltkrieg gerät das ?organische Kapital? in den Blickpunkt der MedizinerInnen, BevölkerungswissenschaftlerInnen und PolitikerInnen. Männer und Frauen wurden diesbezüglich auf ihre ?Wehr- und Gebärtauglichkeit? hin untersucht, um damit die ?Qualität ihres Reproduktionswertes? feststellen zu können. Der Medizin kam hier eine wichtige Aufgabe zu: Sie wurde Vollzugsorgan und entschied darüber, wer ?tauglich? sei und ?erbgesunde? Nachkommen zeuge bzw. wer diesen Maßstäben nicht entspräche. Alle politischen Lager der Zwischenkriegszeit forcierten diese ?Qualitätssicherung? und hatten VertreterInnen in eugenischen Organisationen und Vereinen, die sich ab den 1920ern bildeten. SozialdemokratInnen wie auch Deutschnationale und Christlichsoziale wollten Lösungen gegen die im Raum stehende ?Degeneration?finden und bedienten sich dazu nicht nur eugenischer Floskeln und Argumentationen, sondern setzten manche ihrer Vorhaben auch in der Praxis um. Einen Einblick in die unterschiedlichen Variationen und Auslegungen der spezifisch österreichischen Eugenik sollen die hier exemplarisch dargestellten Persönlichkeiten, insbesondere Heinrich Reichel, Julius Tandler, Rudolf Goldscheid und Oda Olberg, geben.

Zusammenfassung (Englisch)

A discourse about eugenic ideas existed long before the Nazi regime in Austria. Accordingly, this thesis deals with the establishment of eugenic movements in Austria before 1938 and their influence over birth control. The different Austrian political parties had a common aim, but forced different strategies to reach it: They tried to save and boost the ?organic capital?, especially after the terrible conditions of the First World War. Particularly politicians, demographers and medical professionals were interested in stopping the so called creeping ?degeneration? of the Austrian population. Therefore they tried to intervene and influence the life of human beings, especially their reproduction. Scholars of eugenics determined and categorized men and women due to their ?quality of reproductive value? in ?fit? and ?unfit?. The ?fit? human beings should reproduce themselves, the ?unfit? should not. All political camps of the interwar period in Austria tried to increase human ?quality?. As a result of this they supported eugenic ideas, especially the concept of positive eugenics. Exemplified personalities such as Heinrich Reichel, Julius Tandler, Rudolf Goldscheid and Oda Olberg were chosen to represent different variations and interpretations to give an insight of specific Austrian eugenic views.