Titelaufnahme

Titel
Konsumverhalten unter Abhängigkeit - ökonomische Erklärungsansätze und wirtschaftspolitische Implikationen am Beispiel Tabakwarenkonsum / Koinegg Stefan
Verfasser/ VerfasserinKoinegg, Stefan
Begutachter / BegutachterinSturn Richard
Erschienen2012
Umfang92 Bl. : 2 Zsfassungen ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Verbraucherverhalten / Drogenabhängigkeit / Nicotin / Verbraucherverhalten / Drogenabhängigkeit / Nicotin / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-41415 Persistent Identifier (URN)
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Konsumverhalten unter Abhängigkeit - ökonomische Erklärungsansätze und wirtschaftspolitische Implikationen am Beispiel Tabakwarenkonsum [1.02 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Rational Addiction Model von Becker und Murphy war für die Erklärung von Konsum unter Abhängigkeit ein Meilenstein, denn es war das erste Modell, welches diese Form von Konsum mithilfe des standardökonomischen Schemas der rationalen Nutzenmaximierung unter Nebenbedingungen erklären konnte. Doch die ökonomischen Subdisziplinen Verhaltensökonomik und Neuroökonomik widerlegen, dass Abhängige immer rational handeln und zeigen eine systematische Abweichung von rationalem Verhalten auf: zeitinkonsistente Präferenzen. Dies hat einerseits zur Folge, dass die von Becker und Murphy verwendete exponentielle Diskontfunktion durch eine hyperbolische ersetzt werden muss, aber auch, dass die Entscheidung der abhängigen Agenten zu Konsumieren (da sie auf zeitinkonsistentem Verhalten beruht) möglicherweise nicht nutzenmaximierend ist. Neben diesen Internalitäten rechtfertigen auch Informationsdefizite und die Existenz von negativen Externalitäten staatliches Eingreifen in den Markt für Tabakwaren. Eingegriffen werden kann durch die Bereitstellung von Informationen, (teilweise) Konsumverbote, Marketingmaßnahmen und Steuern. Steuern greifen zwar im Vergleich zu den meisten anderen Maßnahmen stark in die Konsumentensouveränität ein, erweisen sich jedoch als einfachste und wirkungsvollste Maßnahme, um den Konsum zu regulieren. Außerdem führen hohe Steuerquoten, aufgrund der unelastischen Nachfragefunktion in diesem Bereich, zu überdurchschnittlich hohen Steuererträgen. Ein weiterer Punkt, den Verhaltensökonomen und andere wissenschaftliche Disziplinen aufzeigen, ist, dass soziale Einflussfaktoren auch ein entscheidender Faktor für den Konsum unter Abhängigkeit sind und deshalb in der Nachfragefunktion berücksichtigt werden sollten. Um die teilweise sehr hohe Konsummenge von Suchtmitteln also besser nachvollziehen zu können, ist es notwendig alle Faktoren, von der Form der Diskontierung über die Information bis hin zu den sozialen Einflussfaktoren, unbedingt mitzuberücksichtigen.

Zusammenfassung (Englisch)

The Rational Addiction Model of Becker and Murphy was kind of a paradigm shift for the explanation of the behavior of addicted consumers. It was the first model which determined the demand for substancescausingaddiction by using the standard neoclassical scheme of rational utility maximization under constraints. However the economic sub disciplines behavioral economics and neuroeconomics confuted that addicts always act rational and found a systematical deviation from rational behavior: time-inconsistent preferences. As a consequence of this inconsistency, theexponential discount function used in the Rational Addiction Model has to be replaced by a hyperbolic discount function.It further also entails that there exist internalities and that the decisions of the addicted agents may not be utility maximizing. Besides these internalities thereexist information deficits andarise negative externalities which also justify market intervention by the state. Possible interventions can be providing information, prohibition, marketing actions or taxes. Taxes restrict the consumer sovereigns quite strong but prove to be simple to manage and effective in governing the tobacco demand. Furthermore do high tax quotes cause (because of the inelastic demand for tobacco) extraordinary high tax revenues. Behavioral economists and other scientific disciplines additionally point out, that social influence is an important factor when people first decide to consume goods that may make them addicted. So to fully comprehend why some people have such a huge demand for addictive substances it is essential to pay respect to all the three factors social influence, discounting and information.