Titelaufnahme

Titel
Astérix, der réunion-kreolische Gallier : wie der Comicheld seine hybride Identität erhielt ; eine Analyse der réunion-kreolischen Übersetzung von Astérix / vorgelegt von Raïta Nitzl
Verfasser/ VerfasserinNitzl, Raïta
Begutachter / BegutachterinKaindl Klaus
Erschienen2012
Umfang205 Bl. : 2 Zsfassungen
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Text dt., teilw. kreol. - Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Asterix / Übersetzung / Réunion / Kreolisch-Französisch / Asterix / Übersetzung / Réunion / Kreolisch-Französisch / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-41223 Persistent Identifier (URN)
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Astérix, der réunion-kreolische Gallier [3.97 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

2008 und 2009 wurden die réunion-kreolischen Übersetzungen der zwei Astérix-Bände ?Astérix chez Rahãzade? und ?Le devin? veröffentlicht. Hier stellt sich sofort die Frage, warum in einem französischen Überseedepartement überhaupt eine kreolische Übersetzung von Astérix publiziert wird. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die gesamte Handlung in einen völlig neuen Kontext gesetzt wurde, nämlich den des postkolonialen La Réunions.In der vorliegenden Arbeit wird ein Übersetzungsvergleich der französischen Originale mit den réunion-kreolischen Übersetzungen im Rahmen der postkolonialen Translationswissenschaft mit Schwerpunkt auf Bhabhas Konzept der Hybridität durchgeführt. Ziel der Analyse war es zu untersuchen, ob die Übersetzungen politisch motiviert sind, ob sie zu einer Erweiterung des kreolischen Literaturspektrums beitragen sollten oder ob man damit eine Aufwertung und Festigung der réunion-kreolischen Sprache, speziell der Schriftsprache erreichen wollte. Da das Kreolische immer noch häufig als Dialekt oder ?schlechtes Französisch? und nicht als eigenständige Sprache angesehen wird, könnten die Übersetzungen als Versuch gelten, den Status des Kreolischen zu stärken und den Einfluss des Französischen zu verringern. Ebenso könnte Ziel der Übersetzungen die Verbreitung der Graphie?83 (KWZ) sein, die stark von der französischen Ortographie abweicht, was wiederum auf Widerstand gegen französische Einflüsse hinweist.Um das Ziel der Übersetzungen zu ermitteln, werden im praktischen Teil dieser Arbeit die angewandten Übersetzungsstrategien mit Hilfe der rhetorischen Kategorien des Analysemodells von Kaindl (2004) untersucht und dargestellt. Die Analyse hat ergeben, dass das Ziel beider Übersetzungen die ?Entfranzösisierung? der réunion-kreolischen Sprache, die ?Kreolisierung? von Astérix, die Anpassung der erzählten Handlung an den postkolonialen Kontext La Réunions sowie die Hybridisierung der französischen Geschichte mit der reunionesischen Kultur ist.

Zusammenfassung (Englisch)

The Reunion-Creole translations of the two volumes of Astérix ?Astérix chez Rahãzade? and ?Le devin? were published in 2008 and 2009 on the island of La Réunion. Here the question arises why a Creole translation of the French comic Astérix was published in a French overseas department. On closer inspection it?s obvious that the whole plot was put into a completely new context, the context of the postcolonial island of La Réunion. In the present work the two Reunion-Creole translations are compared with the French originals within the scope of the Postcolonial Translation Studies, in which the main focus is on Homi Bhabha?s concept of hybridity. The purpose of this work was to examine if the translations are a sort of political action, if they should contribute to an expansion of the literary spectrum in Reunion-Creole language or if the aim was a valorization and stabilization of the Reunion-Creole language, especially of the written language. As the Reunion-Creole is still often considered as a dialect or ?bad French? and not as an independent language, the translations could be assessed as an attempt to consolidate the state of the Reunion-Creole and to reduce the impact of the French language on the Reunion-Creole. The aim of the translations could as well be the diffusion of the Graphie?83 (KWZ) which differs very much from the French orthography, which is another sign for the resistance against French influences.In the practical part of this work, the applied translation strategies are examined and illustrated with the aid of the rhetorical categories of the analytical model of Kaindl (2004) to determine the aim of the translations. It can be reasoned from the analysis that the aim of both translations was the ?defrancisation? of the Reunion-Creole language, the ?creolisation? of Astérix, the adaptation of the story to the postcolonial context of La Réunion as well as the hybridization of the French history with the Creole culture of La Réunion.