Titelaufnahme

Titel
Die Lesbe als doppelte Verliererin hegemonialer Normen!? / Christina Safratmüller
Verfasser/ VerfasserinSafratmüller, Christina
Begutachter / BegutachterinSchmidlechner-Lienhart Karin Maria
Erschienen2012
UmfangIV, 92 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Lesbische Liebe / Lesbische Liebe / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-41132 Persistent Identifier (URN)
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Die Lesbe als doppelte Verliererin hegemonialer Normen!? [0.69 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit zeigt, dass die Kategorie ?Homosexualität? sowohl in der Historiografie als auch in der Gegenwart deutlich männlich konnotiert war bzw. ist. Waren es doch vorrangig männliche gleichgeschlechtliche Sexualkontakte die pathologisiert und kriminalisiert wurden und im Fokus von kirchlichen als auch juridischen Recht standen. Die Straffreiheit für weibliche Homosexuelle (in Österreich bis zum 16. Jahrhundert) darf nicht als Indiz für eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz - im Vergleich zu schwulen Männern ? verstanden werden, vielmehr handelt es sich bei der Nicht-Wahrnehmung und Verleugnung lesbischer Existenzen um eine versteckte Diskriminierung, deren Schatten bis in die Gegenwart fallen. Sexualität und Liebe zwischen Frauen wurde seit je her mit patriarchalen heterozentristischen Unterdrückungsmechanismen - mit dem Ziel der Aufrechterhaltung der Vorherrschaft der Männer ? begegnet. Auch Gegenwärtig ist das Phänomen der Unsichtbarkeit von lesbischen Existenzen ein gängiges Instrument zur Systemerhaltung. Eine im Rahmen der Masterarbeit angelegte qualitative Befragung zeigt, dass die propagierte liberalisierte Haltung der modernen Gesellschaft nicht mit den tatsächlichen Lebenserfahrungen von lesbischen Frauen konform geht. Zu sehr engen sie gesellschaftliche Strukturen wie Geschlechternormen, Heterosexismus und Heteronormativität in ihrer Lebensgestaltung ein.Als Homosexuelle sind Lesben sowohl individueller als auch institutionalisierter Diskriminierung (in Form von rechtlicher zwei Klassen Gesellschaft wie etwa Ehe und Eingetragene Partnerschaft) ausgesetzt. Auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit unterliegen lesbische Frauen zusätzlich einer strukturellen Diskriminierung, weshalb diese als doppelte Verliererinnen des Gesellschaftssystems gezählt werden dürfen.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis deals with a blind spot in the women?s and gender studies, namely the homosexuality of women. As in early history religious and juridical law pathologized and criminalized mainly male homosexuality the category was and still is male connoted. The impunity for female homosexuals (in Austria until the 16th century) must not be understood as an indicator of wider social acceptance. The non-perception and denial of lesbian existence can be better intepreted as a hidden discrimination. With the aim of maintaining the predominance of men, sexuality and love between women has always been suppressed with patriarchal heterocentric mechanisms. A current form of such a system maintenance is the phenomenon of invisibility of lesbian existences. A qualitative survey shows that the advocated liberalized attitude of modern society does not correspond with the actual life experiences of lesbian women. There are too many social structures such as gender norms, heterosexism and heteronormativity which restrict their lives. The bottom line is lesbians suffer individual as well as instituional discrimination enhanced by the structural discrimination on the basis of their sex. Furthermore lesbians may be counted as double losers of the social system.