Titelaufnahme

Titel
"In der Welt bist du was Anderes..." : eine empirische Untersuchung über Frauen in männerdominierten Lehrberufen / Waltraud Scheucher
Verfasser/ VerfasserinScheucher, Waltraud
Begutachter / BegutachterinWetterer Angelika
Erschienen2012
Umfang109 Bl.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Frau / Berufsausbildung / Männerberuf / Frau / Berufsausbildung / Männerberuf / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-40450 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

In vielen westeuropäischen Ländern, so auch in Österreich, ist der Arbeitsmarkt in Männer- und Frauenberufe geteilt. 'Frauenarbeit' unterscheidet sich von 'Männerarbeit' oft nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Bewertung. Die Arbeitsmarktsegregation wird häufig als Folge der natürlichen Verschiedenheit von Frauen und Männern interpretiert. Diese Perspektive wird in der vorliegenden Arbeit nicht eingenommen. Vielmehr wird Geschlechtszugehörigkeit, wie auch die Aufteilung des Berufsbereichs in Frauen- und Männerdomänen, als Ergebnis sozialer Konstruktionsprozesse begriffen. Darüber hinaus wird die Rolle der gesellschaftlichen Institutionen bei der Reproduktion des hierarchischen Geschlechterverhältnisses beleuchtet. Die Arbeit stützt sich auf das theoretische Konzept der sozialen Konstruktion von Geschlecht und auf den Institutionenansatz von Helga Krüger.Zentrales Thema der Masterarbeit sind Frauen, die einen nicht-traditionellen Berufsweg beschritten haben. Gegenstand waren Ausbildungs- und Berufsalltag, sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie von Frauen in männerdominierten Berufen. Im Rahmen dieser qualitativen Untersuchung wurden Interviews mit 16 Frauen ? acht Kfz-Technikerinnen sowie acht Malerinnen und Anstreicherinnen ? ebenso wie mit neun Experteninterviews durchgeführt.Als zentrales Ergebnis kann festgehalten werden, dass sich die soziale und fachliche Integration im Berufsfeld der Kfz-Technik problematischer darstellt als im Malerhandwerk. Aus den Interviews ist hervorgegangen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Malerinnen schwierig, für Kfz-Technikerinnen kaum möglich ist. Diese Befunde sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass der Beruf Maler für Männer in Bezug auf Verdienst- und Beschäftigungsmöglichkeiten wenig attraktiv ist. Diese unterschiedlichen Ergebnisse in den beiden Berufsfeldern verdeutlichen die kontextabhängige Relevanz der Geschlechterdifferenz.

Zusammenfassung (Englisch)

In many Western European countries, including Austria, the employment market is separated into men?s work and women?s work. ?Male work? often not only differs from ?female work? in function but also in regard to social appreciation.The segregation of the job market is often interpreted as a consequence of the natural differences between women and men. Such a point of view is not shared by this work. Rather, gender as well as the segmentation of the occupational field into male and female domains is interpreted as the result of social constructional processes. In addition, the role of social institutions in the reproduction of hierarchical gender relations is also examined.The thesis draws upon the theoretical concept of social construction of gender and upon the institutional approach in gender research by Helga Krüger.The central subjects of this work were the educational and work routine as well as the compatibility of family and job for women working in male-dominated occupations. In the course of this qualitative analysis, interviews with 16 women ? eight motor mechanics and eight painters ? as well as nine expert interviews were carried out.A central result is the more difficult social and professional integration of female mechanics compared to female painters. The interviews also showed the compatibility of family and work to be difficult for female painters and almost impossible for female mechanics. These findings should be seen in the light of low attractiveness of the trade of painting for men regarding income and employment opportunities. These diverging results for the two occupational areas illustrate the context-dependent relevance of gender difference.