Titelaufnahme

Titel
Männlichkeit und Weiblichkeit bei Nestroy : eine interaktions- und praxistheoretische Re-Lektüre / vorgelegt von Maria Maierhofer
Verfasser/ VerfasserinMaierhofer, Maria
Begutachter / BegutachterinMüller-Kampel Beatrix
Erschienen2012
Umfang104 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Nestroy, Johann / Komödie / Geschlecht <Motiv> / Nestroy, Johann / Komödie / Geschlecht <Motiv> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-40229 Persistent Identifier (URN)
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Männlichkeit und Weiblichkeit bei Nestroy [0.88 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Komödie lebt von Kontrasten und damit einhergehenden Machtbeziehungen. Im komischen Kosmos treffen wir auf schöne und hässliche, reiche und arme, alte und junge Figuren. Einer der zentralsten machtvollen Gegensätze ist derjenige zwischen Frau und Mann. Diesem Aspekt der Geschlechtlichkeit in der Komödie widmet sich die vorliegende Arbeit anhand dreier Possen Johann Nestroys. Mithilfe aktueller literatur-/theatersoziologischer und gendertheoretischer Ansätze wird nicht nur Weiblichkeit, sondern auch Männlichkeit in den Stücken Nestroys einer theoriegeleiteten Re-Lektüre unterzogen. Im Sinne Bourdieus werden die komischen Figuren als TrägerInnen eines geschlechtsspezifischen Habitus begriffen, die durch ein doing gender ihre Geschlechtszugehörigkeit zur Geltung bringen und so das Geschlechterverhältnis (re-)produzieren. Die Analyse zeigt, dass die Nestroy?schen Komödien von sozialer Realistik durchdrungen sind und Nestroy als Sozialanalytiker seiner Zeit verstanden werden kann. Die Stücke sind komische Szenarien geschlechtsspezifischer Lebens-, Denk- und Wahrnehmungsweisen während der Zeit des Wiener Vormärz. Sie dienen nicht ? wie andere künstlerische Diskurse der Zeit ? der Fort- und Festschreibung des bürgerlichen (Geschlechter-)Ideals, sondern zielen vielmehr auf die De-Konstruktion der bürgerlichen Kultur und ihrer Geschlechter ab. Das Verhältnis zwischen den Geschlechtern wird als soziales Machtverhältnis entlarvt, bei dem von ?Natürlichkeit? ganz und gar nicht die Rede sein kann.

Zusammenfassung (Englisch)

Comedy is characterised by contrasts and powerful relationships. In the cosmos of the comedy we encounter beautiful and ugly, rich and poor, old and young characters. One of the most central powerful contrasts is the one between woman and man. This thesis focusses on the aspect of gender in the genre of the comedy using three antics by Johann Nestroy. On the basis of current literature/theatre sociological and gender theoretic approaches not only femininity, but also masculinity in Nestroy?s plays are subjected to a theory based re-reading. In terms of Bourdieu the comic characters are understood as carriers of a gender specific habitus, who are expressing their belonging to a gender by doing gender processes. With this social practice they are (re-)producing the gender relationship. The analysis shows that Nestroy can be understood as a social analyst whose plays are infused with social realism. Nestroy creates comic scenarios of the ways of living, thinking and the perception of men and women during the period of the Wiener Vormärz. Instead of adjusting and strengthening the (gender)ideology of the bourgeoisie ? like many other artistic discourses of the time ? Nestroy?s plays are rather aimed at the de-construction of the middle-class culture and its genders. The gender rela-tionship is exposed as a social proportion of power and not as something ?natural?.