Titelaufnahme

Titel
"Schabernack über Schabernack" : Till Eulenspiegel in deutschsprachigen Komödien des 19. und 20. Jahrhunderts / vorgelegt von Andrea Schabernack
Verfasser/ VerfasserinSchabernack, Andrea
Begutachter / BegutachterinMüller-Kampel Beatrix
Erschienen2012
Umfang76 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Eulenspiegel, Till / Deutsch / Komödie / Geschichte 1800-1963 / Eulenspiegel, Till / Deutsch / Komödie / Geschichte 1800-1963 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-40111 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit wird der Frage nach der urspünglichen Eulenspiegelfigur der spätmittelalterlichen Schwanksammlung und deren Rezeptions- und Bearbeitungsgeschichte nachgegangen. Der zweite Teil beschäftigt sich mit zwölf ausgewählten Komödientexten, deren Autoren und dem zeitgenössischen Umgang mit der Eulenspiegelfigur. Die Eulenspiegelfigur der spätmittelalterlichen Schwanksammlung ist durch den formalen Aufbau des Textes in einzelne, voneinander unabhängige Historien geprägt. Sie folgt keiner Entwicklung, und steht so einem dynamischen Figurenverständnis mit charakterlicher Entwicklung entgegen. Der anekdotenhafte Aufbau lässt viel Spielraum zur Interpretation der Figur. Georg Bollenbeck beschreibt in diesem Zusammenhang den Rezeptionsvorgang der Eulenspiegelfigur als Ablösungsprozess zwischen tatsächlicher Textrezeption des Schwankbuches und der Figurenadaption. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird Eulenspiegel von August von Kotzebue (1806), Matthäus Stegmayer (1808) und Johann Nepomuk Nestroy (1835) aufgrund ihrer bewährten Beliebtheit in eine Possentradition gestellt. In Friedrich Radewells Komödie (1840) wird Eulenspiegel Protagonist einer kritisch-satirischen Betrachtung der zeitgenössischen Gesellschaft im Zeichen des Jungen Deutschland. Als Beispiel für die radikale Ablösung der Figur von der ursprünglichen Schwanksammlung steht die Satire ?Oaha? (1908) von Frank Wedekind, in der Eulenspiegel nicht als Figur auftritt, sondern sein Name textintern zum Titel einer Satirezeitschrift wird. Während Harry Vosbergs Komödie (1912) die Eulenspiegelfigur wieder zur leichten Unterhaltung aufnimmt, zeichnet sich bei den Komödien von Georg Fuchs (1899), Felix Braun (1911), Adam Kuckhoff (1941), Wolf von Niebelschütz (1950) und Alexander von Bernus (1951) eine zunehmende Tendenz zur Romantisierung und Psychologisierung des Eulenspiegel ab. 1963 schließlich lässt Werner Schneyder Eulenspiegel auf tragikomische Weise scheitern.

Zusammenfassung (Englisch)

In the first part of this thesis the question of the original Till Eulenspiegel character of the late medieval farce collection and its reception throughout the history will be investigated. The second part deals with twelve selected German language comedy texts, their authors and the contemporary adaption of the Eulenspiegel character. Till Eulenspiegel of the late medieval farce collection is characterized by the formal structure of the text with its independent histories and conflicts as such with the dramatic concept of developing characters. Additionally the anecdotal structure leaves plenty of room for interpretation of the character. Georg Bollenbeck in this context describes the process of reception of the Eulenspiegel character as a process of separation between the actual reception of the late medieval farce collection and the adaption of the figure. In the first half of the 19th Century Eulenspiegel was transferred into farce tradition by August von Kotzebue (1806), Matthäus Stegmayer (1808) and Johann Nepomuk Nestroy (1835). In Friedrich Radewells comedy (1840) Eulenspiegel is the protagonist in a critical-satirical piece in the context of Young Germany. An example of the radical break with the character of the original collection is the satirical farce "Oaha" (1908) by Frank Wedekind, in which Eulenspiegels name is the title of a satirical magazine. While Harry Vosberg resumes the Eulenspiegel character in 1912 for light entertainment, the comedies of George Fuchs (1899), Felix Braun (1911), Adam Kuckhoff (1941), Wolf von Niebelschütz (1950) and Alexander von Bernus (1951) attest to an increasing tendency to romanticize and psychologize the character. Finally, in 1963, Werner Schneyder leads Eulenspiegel to fail in a tragicomic way.