Titelaufnahme

Titel
Zur Bedeutung Sapphos in der Lyrik von Sofija Parnok : intertextuelle Verfahren als Mittel zur Ausbildung einer lesbischen Dichterinnenidentität / vorgelegt von Kateřina Černá
Verfasser/ VerfasserinČerná, Kateřina In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Begutachter / BegutachterinPfandl Heinrich
Erschienen2012
Umfang147 S. : 2 Bl. Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Parnok, Sofija / Lyrik / Sappho / Parnok, Sofija / Lyrik / Sappho / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-39923 Persistent Identifier (URN)
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Zur Bedeutung Sapphos in der Lyrik von Sofija Parnok [0.97 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit intertextuellen Bezügen zwischen Texten der Dichterin Sofija Parnok und der griechischen Dichterin Sappho. Ausgangspunkt für die Arbeit war die Frage nach der Möglichkeit einer Identifikationsfigur einer russischen lesbischen Dichterin im Russland der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Als methodische Grundlage zur Untersuchung von elf Sappho-Gedichten in Parnoks Werk wurden Überlegungen Susan Gubars aus ihrer Arbeit Sapphistries gewählt. Die Autorin untersucht hier Texte lesbischer Autorinnen, die sich an Sapphos Texten orientieren. Gubar stützt sich in der Untersuchung der Texte auf das Konzept der Anxiety of Authorship und formuliert wesentliche Punkte, welche lesbischen Autorinnen die Wahl Sapphos als literarische Mutter und Vorbild günstig erscheinen lassen. Im Wesentlichen sind dies die Fragmenthaftigkeit von Sapphos Texten und die wenigen Fakten zu Sapphos Leben, die viel Raum für Interpretation bieten. Durch das Zuendeschreiben von Sapphos Fragmenten geht die Autorin eine imaginierte kreative Zusammenarbeit mit Sappho ein und erhält dadurch eine Legitimierung für ihr eigenes Schreiben, gleichzeitig schreibt sie sich an einen Ort, der eine kreative Heimat darstellt. Zudem wurden die Kriterien zur Beschreibung intertextueller Verweise nach Broich/Pfister verwendet, um die intertextuellen Verfahren bei Parnok zu beschrieben. Bei der Untersuchung der elf Sappho-Gedichte in Parnoks Werk stellte sich heraus, dass Parnoks Texte genau die von Gubar beschriebene Besonderheit aufweisen. Außerdem konnte dadurch gezeigt werden, dass Parnoks Gedichte mehr als eine bloße Nachahmung der Ivanov?schen Übersetzung Sapphischer Texte sind. Das Element des Bezuges zwischen einem früheren Leben auf Lesbos und einem Leben im Jetzt, in welchem das lyrische Ich zur Exilantin wird, ist ein Inhalt, welcher der gegebenen Vorlage eingeschrieben wird und in dieser Form in der russischen Lyrik einzigartig ist.

Zusammenfassung (Englisch)

The present work deals with the intertextual relationship between the work of Russian poet Sofiya Parnok (1885-1933) and the textual fragments of ancient poet Sappho. The initial point for this work was the question, what possibilities a Russian lesbian poet in fin the siècle Russia has to identify with literary ancestors, i.e. in a time, when women as poets had just appeared on the literary scene and still had to struggle for acceptance. Furthermore, Parnok?s surroundings suggested lesbianism as perversion or disease. As a methodical basis for the analysis of eleven Sapphic poems in Parnok?s work were considerations in Susan Gubar?s Sapphistries, in which the author analyzes lesbian texts referring to Sappho?s texts. Gubar?s ideas are based on the concept of Anxiety of Authorship and formulate significant aspects, which make Sappho seem favorable as a literary foremother and ideal. Basically it is the fragmentary shape of the Sapphic texts und the little facts we have about the ancient poet, which offer a lot of space for interpretation. By writing out Sappho?s fragments the author assumes an imagined creative co-authorship with Sappho by which she legitimates her own writing. Simultaneously she writes herself into a place, which seems ideal as a creative home. In addition criteria for describing intertextual references formulated by Broich/Pfister were chosen to describe the intertextual techniques in Parnok?s poetry. By analyizing Parnok?s eleven poems, it turned out, that they show the characteristics formulated by Gubar. Moreover it could be shown, that Parnok?s poems are far more than an imitation of Ivanvov?s translation of the Sapphic texts. Parnok?s poetic speaker refers to an ancient life on Lesbos and to her present life as a place in which she feels alien. This content, winsribed into the original text, is unique in Russian poetry.