Titelaufnahme

Titel
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Ruanda nach dem Genozid - Modelle ethischer Konfliktlösung
Weitere Titel
As we forgive those who trespass against us. Rwanda in the aftermath of genocide - Models of ethical conflict resolution.
Verfasser/ VerfasserinHaas, Elke
Begutachter / BegutachterinNeuhold, Leopold
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-118138 Persistent Identifier (URN)
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Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Ruanda nach dem Genozid - Modelle ethischer Konfliktlösung [6.2 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ruanda, genannt „Pays des mille collines“, besticht durch seine vegetative Schönheit und die Gastfreundschaft seiner Bewohner. Kaum jemand denkt jedoch heute an diese Aspekte, wenn vom „Land der tausend Hügel“ die Rede ist. Im Jahr 1994 wütete in diesem kleinen Land Zentralafrikas ein Genozid gegen die im Land lebende Tutsi-Minderheit, bei dem innerhalb von rund 100 Tagen zwischen 700.000 und eine Million Menschen ihr Leben lassen mussten. Angehörige der Hutu ermordeten damit etwa 75 % der Tutsi sowie moderate Hutu. Auf diese Weise wurde ein Viertel der Bevölkerung vor den Augen aller Welt ausgelöscht. Die Bilder der Gräueltaten gingen durch die Medien und zeichneten ein nachdrückliches Bild, wozu menschliche Grausamkeit fähig sein kann. Gerade die Tatsache, dass in Ruanda vorrangig die Zivilbevölkerung durch geschickte Propaganda als Todesarmee fungierte, landwirtschaftliche Werkzeuge als Waffen umfunktioniert und damit Nachbarn zu Mördern und Opfern wurden, verleiht diesem Völkermord eine besonders schreckliche Note. Heute, mehr als 20 Jahre danach, ist die Vergangenheit nach wie vor spürbar, dennoch zeigt sich in Ruanda ein Bild, das man wohl auch auf den zweiten Blick so nicht erwarten würde. Nach Beendigung des Genozids wurde aufgrund der Masse an Beschuldigten auf eine besondere Art der Rechtsprechung, die sogenannten Gacaca-Gerichte, zurückgegriffen und die Täter unter gewissen Voraussetzungen wieder in die Gesellschaft integriert. So ist es heute nicht unüblich, dass sich Täter und Opfer erneut als Nachbarn gegenüberstehen. Es liegt auf der Hand, dass dies enorme Schwierigkeiten und Herausforderungen mit sich bringt und deshalb einen vertiefenden Blick lohnt. Diese Arbeit beschäftigt sich folglich mit Fragen der Gerechtigkeit auf rechtlicher wie ethischer Ebene, nimmt das Phänomen der Verhetzung in den Blick und fragt schließlich, ob bzw. wie Vergebung, auch unter Einbeziehung religiöser Werthaltungen, möglich sein kann.

Zusammenfassung (Englisch)

Rwanda, known as „Pays des mille collines“, strikes its visitors by its inherent natural beauty and the hospitality of its citizens. Nowadays scarcely anybody associates this „land of thousand hills” with the mentioned aspects, as in 1994 a genocide against the Tutsi-minority afflicted this small country in Central Africa. Within just about 100 days between 700.000 and one million people lost their lives. Members of the Hutu-majority killed about 75% of the Tutsi along with moderate Hutu, who had decided to set against the killings. Hereby a quarter of the population had been extinguished while the world was watching. Pictures atrocities dominated the media as a haunting reminder what human gruesomeness is capable of. More particularly the fact that due to studious sedition civilians had effectively been recruited as an army of death, killing their neighbours with farming tools, let that genocide be even more gruesome. Today, more than 20 years later, the past still impacts society, yet Ruanda shows signs of healing, scarcely anyone would imagine. After the genocide against the Tutsi, the government had to deal with a multitude of defendants and invented a unique model of jurisdiction by establishing the Gacaca-Courts and implementing a way of reintegrating the perpetrators into society under certain conditions. Therefore it is not uncommon that victim and perpetrator again are living side by side. Obviously this situation is compelled to create various difficulties and challenges, so that a more thorough perspective is indicated. This thesis therefore is concerned with justice, both in legal and ethical terms, deals with the phenomenon of sedition and tries to answer the question if and if so how forgiveness could be obtained, considering as well the significance of religious values in the process.