Titelaufnahme

Titel
Von der Scheidung von Tisch und Bett bis zum Konkordat von 1855 / von Gernot Franz Gallor
Verfasser/ VerfasserinGallor, Gernot Franz
Begutachter / BegutachterinSteppan Markus
Erschienen2012
UmfangII, 90 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Ehescheidung / Recht / Geschichte 1783-1855 / Österreich / Ehescheidung / Recht / Geschichte 1783-1855 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-39410 Persistent Identifier (URN)
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Von der Scheidung von Tisch und Bett bis zum Konkordat von 1855 [0.56 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Mit dem Josephinischen Ehepatent vom 16. Jänner 1783 wurde erstmals die Ehe als bürgerlich ? rechtlicher Vertrag festgeschrieben. Vor diesem Ehepatent unterstand das Institut der Ehe sowie eine mögliche Aufhebung derselben ausschließlich den Bestimmungen der katholischen Kirche im Rahmen des kanonischen Rechts.Hinsichtlich der Auflösungsmöglichkeiten von Ehen wurde aber nicht mit gleichem Maß gemessen. Konfessionellen Katholiken stand nur eine Scheidung von Tisch und Bett zu. Diese bewirkte nicht die gänzliche Auflösung des Ehebandes und somit auch nicht die Möglichkeit einer Wiederverheiratung zu Lebzeiten. Mit einer Scheidung von Tisch und Bett wurde der gemeinsame Wohnsitz, die Verbindlichkeit zur ehelichen Pflicht und die Pflicht sich gegenseitigen Beistand zu leisten aufgehoben. Nicht aufgehoben war aber die Pflicht zur Treue und zur anständigen Begegnung der geschiedenen Eheleute. Der geschiedene Ehegatte war somit immer noch eine ?verheiratete Person? auch im Sinne des damaligen Strafrechts.Nichtkatholiken hingegen stand als Auflösungsmöglichkeit einer Ehe neben einer Scheidung von Tisch und Bett auch die gänzliche Trennung nach dem Bande zu. Diese bewirkte eine gänzliche Auflösung des Ehebandes und somit auch die Möglichkeit zur Wiederverheiratung. Auch das Josephinische Gesetzbuch (JGB) von 1787 und das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) von 1811 übernahmen die Scheidung von Tisch und Bett für Katholiken, sowie die Trennung nach dem Bande für Nichtkatholiken. Mit in Kraft treten des Konkordats von 1855 unterlagen die von Katholiken geschlossenen Ehen, sowie die Ehen, bei denen auch nur ein Teil katholisch war, ausschließlich den kanonischen Ehebestimmungen.

Zusammenfassung (Englisch)

Marriage was first codified as a legal civilian treaty by the Josephinian declaration of marriage established on January 16, 1783. Prior to this the act of marriage as well as the dissolution thereof were subject only to the regulations of the Roman Catholic Church in accordance with canon law. However, when it came to the different means of dissolving a marriage double standards were applied. Denominational Catholics were only entitled to judicial separation which did not include the complete annulment of marriage; therefore it was not possible to marry again as long as the divorced person was still alive.This kind of separation brought with it the dissolution of the shared residence, conjugal duties and mutal support. But it did not affect the duty to remain faithful and to keep up matrimonial loyalty. Thus the divorced person was still a ?married person? in terms of the criminal law of that time. Denominational Non-Catholics however were entitled to either a judicial separation or an (unconditional) ?full? dissolution of marriage. This kind of divorce provided the opportunity of remarriage. Both the Josephinian civil code (JGB) of 1787 and the General Civil Code (ABGB) of 1811 implemented the judicial separation and the full divorce as the two means to dissolve a marriage. After the concordat of 1855 all matters regarding marriage between Catholics as well as intermarriage involving a Catholic were subordinated exclusively to the canon law of the Roman Catholic Church.