Titelaufnahme

Titel
Die spätgotischen Wandmalereien im Archiv des Stiftes Rein / vorgelegt von Adina Hönicke
Verfasser/ VerfasserinHönicke, Adina
Begutachter / BegutachterinStadlober Margit
Erschienen2012
Umfang162 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; zahlr. Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. u. engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Stift Rein / Wandmalerei / Stift Rein / Wandmalerei / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-38748 Persistent Identifier (URN)
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Die spätgotischen Wandmalereien im Archiv des Stiftes Rein [37.81 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die spätgotischen Wandmalereien des Reiner Stiftsarchivs sind nicht allein Zeugnisse herausragenden, kunsthistorischen Wertes, sondern eröffnen gleichzeitig Einblicke in die Theologie und Geschichte, ja sogar in die Soziologie des Zisterzienserordens des Stiftes Rein sowie der damaligen Zeit. Die Wandmalereien sind Träger der Vermittlung des Lebens des Abtes Wolfgang Schrötl, der die malerische Gesamtausstattung des nördlichen Archivraumes und dessen Anraumes in Auftrag gab. Inhaltlich stehen die a secco-Malereien in engem Zusammenhang und verweisen auf das Thema der Gerichtsbarkeit und der Weisheit. Dies kommt in der Tiersymbolik der Lieblingstiere des Abtes zum Ausdruck, in der Darstellung des Samson mit dem Löwen, der als Richter über Israel eingesetzt wurde sowie in dem Urteil Salomons, dem zentralen Werk des Archivs. Salomon, als gerechter Richter, dessen Urteil über die zwei Frauen seine Weisheit bezeugt, steht für den Abt, dem die niedere Gerichtsbarkeit zustand und der vom Anraum des nördlichen Archivraumes, der eine offene Halle darstellte, weise Urteile über das Volk zu fällen hatte. Diese Situation eines Gerichts in einer offenen Halle entspricht der Situation im Mittelalter und der Renaissance, wo das niedere Gericht in Gerichtslauben (offene Arkadengalerien) in unmittelbarer Nähe der Rathäuser abgehalten wurde.Das Thema des Salomon-Urteils ist ein häufig dargestelltes Thema in zahlreichen Rathäusern, um die Verantwortung des Richters zu akzentuieren und dem zu Richtenden die Konsequenzen seines Fehlverhaltens vor Augen zu führen. Als Vorbilder des Salomon-Urteils und des Samson mit dem Löwen des Archivs sind wohl Druckgrafiken und Zeichnungen der Künstler Martin Schongauer, des Meisters E. S. und Israhel van Meckenems anzusehen, mit denen der Meister von St. Radegund, der Künstler der Wandmalereien, mit größter Wahrscheinlichkeit in Kontakt kam. Vermittler könnte auch Abt Wolfgang Schrötl gewesen sein, der das Wolfgang-Missale in Auftrag gab, dessen Malereien ebenso auf deutsche Druckgrafiken zurückgehen.

Zusammenfassung (Englisch)

The late-gothic a secco paintings in the archive of the cloister of Rein are of important art-historical value and offer insights in theological, historical and even sociological issues of the Cistercian life at Rein. The paintings represent the life of the abbot Wolfgang Schrötl, who commissioned them. With regards to the context and interpretation, the paintings are connected and refer to the subject of jurisdiction and wisdom. This can be seen in the symbolical meaning of the favorite animals of the abbot, in the presentation of Samson rending the lion, for Samson was set as judge over Israel. Above all, it is represented in the painting Judgment of Salomon, who, as a righteous judge, very wisely judged the two women who came before him. An analogy can be seen between Salomon and the abbot, who also functioned as a judge and delivered judgments in the archive, which was a court of justice in gothic times. The archive also was an open room, which correlated with the situation in medieval and renaissance time, where people were also judged in public places which belonged to the town hall. The subject of the Judgement of Salomon is very often presented inside town halls, to emphasize the responsibility of a judge and to show the convict the consequences of his misbehavior. Models for the Judgment of Salomon and Samson rending the lion are most assuredly etchings and drawings by Marin Schongauer, Master E. S. and Israhel van Meckenem. In all probability, Master of St. Radegund, the artist of the paintings in Rein, came in contact with those models. Wolfgang Schrötl could have acted as intermediary because he also commissioned the "Wolfgang-Missale", which also shows connections to German etchings.

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