Titelaufnahme

Titel
Konsequenter Empirismus : die Entwicklung von Moritz Schlicks Erkenntnistheorie im Wiener Kreis / eingereicht von Johannes Friedl
Verfasser/ VerfasserinFriedl, Johannes
Begutachter / BegutachterinRutte Heiner ; Marek Johann
Erschienen2012
Umfang288 Bl. : 2 Zsfassungen
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Schlick, Moritz / Erkenntnistheorie / Schlick, Moritz / Erkenntnistheorie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-38621 Persistent Identifier (URN)
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Konsequenter Empirismus [1.03 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ausgangspunkt der Arbeit ist das 1925 in zweiter Auflage erschienene Hauptwerk Schlicks, die Allgemeine Erkenntnislehre. In der Rekonstruktion des Zusammenspiels von bereits dort enthaltenen Gedanken mit der Aufnahme neuer Einflüsse (hier ist besonders Wittgenstein hervorzuheben) wird die Entwicklung (nach einem Kapitel über Verifikationismus) zunächst hin zu der 1932 verfassten Arbeit ?Form and Content? nachvollzogen. In dieser längeren Schrift, mit der Schlick das von ihm selbst festgestellte Hauptmanko einer mangelnden logisch-semantischen Fundierung der Erkenntnislehre beheben wollte, ist der linguistische Ansatz auf die Spitze getrieben, insbesondere mit der radikalen These der Nicht-Mitteilbarkeit des Erlebnis-Inhaltes, des Qualitativen. Schlick selbst entschloss sich letztlich dazu, diese Arbeit nicht zu publizieren, und in den überaus zahlreichen Publikationen seiner letzten beiden Lebensjahre lässt sich ? so wird versucht zu zeigen ? eine Abkehr von diesem Radikalismus nachweisen. In dieser letzten Periode geht es Schlick, nunmehr in ständiger Auseinandersetzung mit anderen Mitgliedern des Wiener Kreises wie Carnap und Neurath (in der sogenannten Protokollsatzdebatte), um eine Verteidigung und Ausarbeitung des empiristischen Grundanliegens. Dementsprechend steht in der zweiten Hälfte dieser Arbeit Schlicks Theorie der Konstatierungen im Mittelpunkt; als irrtumssichere Basis sollen diese die Verbindung von Erkenntnissystem und Erlebniswirklichkeit sicherstellen. Bei aller Anerkennung der Bedeutung der externen Beziehungen zu anderen Denkern ? diesen wird hier auch im Detail nachgegangen ? soll die Eigenständigkeit und die permanente Weiterentwicklung von Schlicks Denken herausgestellt werden. Unter intensiver Einbeziehung des bislang unveröffentlichten Nachlasses wird neben der historischen Rekonstruktion auch versucht, zumindest an zentralen Punkten eine systematische Diskussion der zugrundeliegenden philosophischen Probleme zu bieten.

Zusammenfassung (Englisch)

Starting point of this study is the second edition of Schlick?s major work, Allgemeine Erkenntnislehre, which appeared in 1925. After a chapter dedicated to Verificationism, the interplay of ideas already contained in Erkenntnislehre with the incorporation of new influences (notably Wittgenstein) is reconstructed and the development of Schlick?s thought is retraced up to ?Form and Content?, produced in 1932. With this relatively extensive writing, which was intended to solve what he then considered to be the main fault of his Erkenntnislehre, namely the lacking of logico-semantical foundation, Schlick?s linguistic approach reached its peak, culminating in the radical thesis of the incommunicability of the content of our experience, the qualia. Schlick himself eventually decided not to publish this work, and ? as I try to prove ? the numerous publications during his prolific final two years of his lifetime show a departure from this radicalism. In this last period, in permanent opposition against other members of the Vienna Circle like Carnap and Neurath (in the so-called Protocol-Sentence-Debate), Schlick?s aim was to defend and to expand his basically empiricist convictions. Accordingly his theory of the ?Konstatierungen? marks the pivot of the second part of this study; as an infallible base they should assure the connection of the system of knowledge with the experienced reality. Notwithstanding the importance of the external relations to other philosophers ? which are pursued in detail ? the main focus here is on the autonomy and the permanent development of Schlick?s ideas. By intensive inclusion of his hitherto unpublished Nachlass (the literary remains) the goal of this study is both a historical reconstruction and (at least at central points) a systematic discussion of underlying philosophical problems.